Sydney (Australien) – Als Meggie Cleary verzauberte sie in den 80ern Millionen von Zuschauern. Als bildschöne Farmerstochter brachte sie Priester Ralph de Bricassar, gespielt von Richard Chamberlain (†90), in zölibatäre Not. Die Serie war ein weltweiter Straßenfeger (deutsche Erstausstrahlung 1985). Inzwischen lebt der Star aus „Die Dornenvögel“ in Australien auf seiner eigenen Farm. 43 Jahre nach der US-Serie ist Rachel Ward (68) nun zurück im Gespräch. Es geht um ihr Aussehen.

Die Schauspielerin ist heute Großmutter und Farmerin, trägt silbernen Kurzhaarlook und Brille. Ward ist vollkommen im Reinen mit sich selbst. Ausgelöst wurde die Debatte durch ein Video, das die Schauspielerin kürzlich in den sozialen Medien veröffentlichte. Ungeschminkt, ungefiltert, ohne Rücksicht auf Licht oder Kamerawinkel. Genauso, wie sie ist.

1983: Rachel Ward (damals 25) spielt in „Die Dornenvögel“ die junge Farmers-Tochter Meggie Cleary, die den im Zölibat lebenden Priester Ralph de Bricassar (Richard Chamberlain, damals 49) an seiner Berufswahl zweifeln lässt.

1983: Rachel Ward (damals 25) spielte in „Die Dornenvögel“ die junge Farmers-Tochter Meggie Cleary, die den im Zölibat lebenden Priester Ralph de Bricassar (Richard Chamberlain, damals 49) zweifeln lässt

Foto: Getty Images

Reaktionen auf Rachel Wards Video

Die Rückmeldungen ließen nicht lange auf sich warten. „Was ist mit dir passiert, um Himmels Willen?“, schrieb ein Nutzer in Großbuchstaben. Ein anderer ätzte: „Sie sieht verwüstet aus.“ Doch Rachel Ward bleibt unbeeindruckt.

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„Ich könnte mich nicht weniger darum scheren“, sagt sie aus ihrem Zuhause im australischen Outback. Sie trägt im Gespräch mit „Daily Mail“ ein rosafarbenes Blumen-Boho-Kleid, ihre Haare sind kurz geschnitten – von Tochter Matilda (39), mit einer simplen Nagelschere. „Das Ganze ist ziemlich aufgeblasen worden, weil es offenbar einen Nerv getroffen hat. Und wahrscheinlich war es an der Zeit, dass diese Diskussion geführt wird.“

Botox, Filler – Ward probierte alles!

Ward erklärt, viele Frauen fürchteten, für das natürliche Altern verurteilt zu werden. Viele hielten an ihrer Jugend fest und griffen zu drastischen Maßnahmen. „Aber lasst es los. Dann wird viel Gutes daraus entstehen.“ Die Angriffe im Netz lassen Ward kalt. „Ich war nur der Auslöser für diese Debatte. Die Trolle haben mich überhaupt nicht aus der Ruhe gebracht. Wenn man sich online zeigt, muss man doch damit rechnen, oder?“

Bryan Brown (damals 36) und Rachel Ward (damals 26) 1984 bei den Golden Globes. Sie lernten sich 1982 bei den Dreharbeiten zu „Die Dornenvögel“ kennen und gaben sich noch im selben Jahr der Ausstrahlung das Jawort

Bryan Brown (damals 36) und Rachel Ward (damals 26) 1984 bei den Golden Globes. Sie lernten sich 1982 bei den Dreharbeiten zu „Die Dornenvögel“ kennen und gaben sich noch im Jahr der Ausstrahlung das Jawort

Foto: Ron Galella Collection via Getty Images

Die Gelassenheit ist antrainiert. „Manche Frauen sind mutig geboren. Ich musste das erst lernen.“ Auch sie ließ sich dem Schönheitsdruck beugen. „Mit 40 hatte ich alles: Botox, Filler. Ich stand vor der Kamera. Und mein größter Fehler war, dass ich nicht erkannt habe, wie schön ich war.“

Keine Energie mehr für Beauty-Zirkus

Heute fühlt sie sich frei. Sie färbt ihre Haare nicht mehr. Ihr Mann Bryan Brown (78) war zunächst skeptisch. „Er meinte, ich müsse nicht grau werden. Ich sagte: Doch. Ich habe einfach keine Lust mehr auf Friseure. Es langweilt mich.“ Offen spricht Ward über die Doppelmoral: „Man ist verdammt, wenn man etwas machen lässt – und verdammt, wenn man es nicht tut. Ich kritisiere niemanden, der sich für Behandlungen entscheidet. Ich selbst kann einfach nicht mehr die Energie dafür aufbringen.“ Mit einem Lachen fügt sie hinzu: „Ich suche keinen Partner mehr und versuche auch nicht, einen zu halten. Diese Zeiten sind lange vorbei.“ Seit über 40 Jahren ist sie mit dem australischen Schauspieler Bryan Brown verheiratet. Gemeinsam haben sie drei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder.

„Ich möchte niemandem vorschreiben, was er mit seinem Körper tun soll“, sagt Ward. „Aber es ist traurig, wenn Menschen glauben, sie müssten ihre Jugend festhalten. Sie kommt nie zurück. Ich bereue nicht, dass ich meine Jugend verloren habe.“ Wichtig ist ihr, fit zu bleiben. „Ich muss schlank sein, um die Farm bewirtschaften zu können. Ich klettere auf wackelige Leitern, kontrolliere Wassertanks, treibe Rinder zusammen. Das ist harte körperliche Arbeit.“