Verl. Manch einer mag etwas ungläubig auf das geschaut haben, was er am Samstagnachmittag vor allem in der ersten Halbzeit in der Sportclub-Arena zu sehen bekam. Der SC Verl kehrte wie ein ostwestfälischer Wirbelsturm aus der kurzen Winterpause zurück und demonstrierte gleich wieder seine Extraklasse, die ihn mittlerweile vom Rest der Konkurrenz abhebt.
Mit 5:2 (3:0) wurde der SV Waldhof Mannheim aus dem Stadion geschossen, Alessio Besio legte vor 2.950 Zuschauern mit einem Hattrick (12./27./29.) den Grundstein, Berkan Taz erhöhte auf 4:0 (52.). Felix Lohkemper sorgte mit einem Doppelschlag (58./60.) kurzfristig für Spannung, Niklas Stark antwortete umgehend mit dem 5:2 (61.).
Als Zuckerstück gab es für den Sportclub die Tabellenführung in der 3. Liga obendrauf – erstmals in seiner Vereinsgeschichte grüßt der SC Verl somit in der dritthöchsten deutschen Spielklasse von Platz eins.
Gleiche Anfangself wie gegen TSV 1860 München
Der Verler Trainer Tobias Strobl bot exakt die Anfangself auf, die vor der Winterpause beim 2:0-Sieg beim TSV 1860 München begonnen hatte. Die beiden Winter-Neuzugänge Antonio Foti und Raphael Araoye saßen auf der Bank. Der Waldhof machte es dem Sportclub zunächst schwer, seine Spielstärke auf den Rasen zu bringen. Die Buwe lief hoch an, unterband somit das Verler Aufbauspiel und zeigte sich griffig in den Zweikämpfen. So mussten besondere Ideen her, um die Gäste zu knacken.
Im Liveticker: Der SC Verl im Trainingslager in der Türkei
Der SV Verl startet mit einem Topspiel gegen Mannheim in die Rückrunde der 3. Liga. Hier auf dem Bild zu sehen: Dennis Waidner (SC Verl, rechts) gegen Tim Sechelmann (SV Waldhof Mannheim).
| © sport/presse/foto Dünhölter
Oualid Mhamdi versuchte es mit einem Schuss aus der eigenen Hälfte über den zu weit vor seinem Tor stehenden Thijmen Nijhuis (8.), der Ball drehte sich jedoch weg und verfehlt das Tor um etwa drei Meter. In der 12. Minute erkannte Timur Gayret den sich plötzlich ergebenden Raum, trieb den Ball durch das Mittelfeld und bediente den auf der linken Seite mitgelaufenen Alessio Besio. Der Schweizer U21-Nationalspieler schlug einen Haken, schloss ab – und der Ball landete, noch entscheidend von Lukas Klünter abgefälscht, zur Verler 1:0-Führung im Netz.
Der Waldhof versuchte, mutig in seinem Pressing zu bleiben, wurde aber nun des öfteren vom Sportclub ausgespielt. Berkan Taz zwang Nijhuis zu einer Glanzparade (26.), dann bot sich Niko Kijewski viel Platz. Der SCV-Kapitän bediente Alessio Besio, und der hämmerte den Ball humorlos zum 2:0 (27.) unter die Latte. Doch der Schweizer hatte seinen Torhunger noch nicht gestillt. In einen katastrophalen Fehlpass von Niklas Hoffmann hielt Besio keine zwei Minuten später einen Fuß rein, blieb vor Nijhuis cool und versenkte den Ball zum 3:0 (29.) flach in die rechte Ecke.
„Spitzenreiter, Spitzenreiter“ skandieren die Zuschauer
„Spitzenreiter, Spitzenreiter“, skandierten die einmal mehr in dieser Saison begeisterten Zuschauer von den Rängen. Der Sportclub hatte sich längst in einen Rausch gespielt und unterstrich seine derzeitige Ausnahmestellung in der 3. Liga. Oualid Mhamdi hatte bei seinem Schuss aus 15 Metern zu viel Rückenlage und donnerte den Ball über das Tor, dann schob Alessio Besio einen Schuss knapp am rechten Pfosten vorbei (beides 33.). Timur Gayret setzte einen direkt auf das Tor gezogenen Eckball an den rechten Pfosten (37.), ein Abschluss von Dennis Waidner (40.) sauste am rechten Torwinkel vorbei. „Das ist kein Traum, das ist traumhafte Realität“, sagte Stadionsprecher Thorsten Nöthling nach dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Simon Schreiner.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Wir bieten an dieser Stelle weitere externe Informationen zu dem Artikel an. Mit einem Klick können Sie sich diese anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.
Wenn Sie sich externe Inhalte anzeigen lassen, erklären Sie sich damit
ein-verstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen
übermittelt werden.
Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer
Datenschutzerklärung.
Zur zweiten Halbzeit kam beim SC Verl Julian Stark für Yari Otto, die Buwe wechselte doppelt. Nach einem Foul von Janne Sietan an Dennis Waidner zirkelte Timur Gayret den fälligen Freistoß von der Strafraumgrenze auf das linke Toreck (48.), doch Thijmen Nijhuis verhinderte mit einer starken Parade den nächsten Gegentreffer. Nur vier Minuten später war Nijhuis allerdings machtlos. Oluwaseun Ogbemudia foulte, wiederum an der Strafraumgrenze, Berkan Taz. Während die Mannheimer noch dabei waren, ihre Mauer zu formieren, führte Taz den Freistoß frech aus und traf zum 4:0 (52.) in die rechte Ecke. Welch eine Demütigung für die Waldhof-Buben!
Sport-Highlights im Kreis Gütersloh: Diese 20 Events sollten Sie sich unbedingt vormerken
Ein Elfmeter-Geschenk sorgte zumindest für den ersten Ehrentreffer. Eine Hereingabe von Terrence Boyd traf klar erkennbar den angelegten Arm von Julian Stark, dennoch entschied Schiedsrichter Schreiner auf Handelfmeter. Felix Lohkemper versenkte den Strafstoß in die Mitte zum 4:1 (58.). Keine zwei Minuten später legte Fynn Otto den Ball nach einem langen Schlag mit dem Fuß genau in den Lauf von Lohkemper, der frei vor SCV-Schlussmann Philipp Schulze zum 4:2 (60.) einschob.
Sollte der SC Verl noch einmal wackeln? Julian Stark beantwortete diese Frage mit dem 5:2. Einen Pass von Oualid Mhamdi in den Lauf versenkte der Mittelfeldspieler durch die Beine von Nijhuis (61.) zum fünften Verler Tor. Berkan Taz verfehlte mit einem Freistoß (86.) nur knapp das Mannheimer Tor, so dass es beim 5:2 blieb.
Lesen Sie das Spiel hier im Liveticker nach
