
AUDIO: Der Europäische Filmpreis: Großes Event in Berlin (2 Min)
Stand: 17.01.2026 22:15 Uhr
Am Sonnabend sind in Berlin die Europäischen Filmpreise verliehen worden. Joachim Triers Drama „Sentimental Value“ erhielt sechs Preise, darunter den begehrten Preis als bester europäischer Film. Das deutsche Drama „In die Sonne schauen“ wurde auch ausgezeichnet.
Der oftmals als „Europäischer Oscar“ bezeichnete Preis ehrt den europäischen Film und seinen besonderen Stellenwert bei der Vermittlung der kulturellen Vielfalt Europas. Dieses Jahr gab es zur 38. Preisverleihung 88 Nominierte in 22 Kategorien. Die norwegisch-deutsche Koproduktion „Sentimental Value“ erhielt europäische Filmpreise auch in den Kategorien beste Regie, beste Hauptdarstellerin, bester Hauptdarsteller, beste Filmmusik und bestes Drehbuch.

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Viele Nominierungen für deutsche Produktionen

Sein Film hat sechs europäische Filmpreise erhalten. Der Norweger Joachim Trier ist bester europäischer Regisseur ausgezeichnet worden.
Ausnahmsweise fand die Veranstaltung für die besten Filme Europas nicht im Dezember statt – sondern wurde stattdessen in den Januar verlegt. Die Gala wurde auf der Seite European Film Awards live übertragen. 46 Sender übertrugen zudem die Show in 27 Ländern. Etwa 1.000 internationale Gäste, inklusive der Nominierten, waren im Haus der Kulturen der Welt zu Gast.
Am Sonnabend sagte der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: „Nie zuvor war der deutsche Film so stark beim Europäischen Filmpreis vertreten. Die vielen Nominierungen belegen eindrucksvoll, dass der deutsche Film auf stilistischem und inhaltlichem Höchstniveau konkurrenzfähig ist.“
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert den Preis 2026 mit 250.000 Euro und die Arbeit der Europäischen Filmakademie mit 180.000 Euro.
Acht Nominierungen für Schilinskis „In die Sonne schauen“
Unter den Nominierten für den besten europäischen Film waren die deutsche Oscar-Hoffnung „In die Sonne schauen“ der Berliner Regisseurin Mascha Schilinski. Das Drama erhielt beim Filmfest Cannes 2025 bereits den Preis der Jury. Der Lübecker Schauspieler Filip Schnack spielt im Drama Fritz – den älteren Bruder einer der Frauen, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts auf dem Bauernhof in Sachsen-Anhalt lebt.
Video:
Premiere: Abaton-Kino zeigt „In die Sonne schauen“ (3 Min)
Neben der Kategorie bester europäischer Film war „In die Sonne schauen“ für weitere sieben Preise nominiert – darunter für beste Kamera (Fabian Gamper). Sabina Krämer hat in Berlin nun den Preis für das beste Kostümbild erhalten.
„Sirat“ und „Sentimental Value“ Favoriten, Leonie Benesch nominiert
Zu den weiteren Favoriten zählten im Vorfeld der spanische Film „Sirāt“ von Oliver Laxe und das norwegische Drama „Sentimental Value“ von Joachim Trier. „Sentimental Value“-Hauptdarsteller Stellan Skarsgård hat den europäischen Filmpreis als bester Schauspieler erhalten. Vor wenigen Tagen hat er für diese Rolle bereits einen Golden Globe gewonnen. Die Hamburgerin Leonie Benesch war als beste Hauptdarstellerin nominiert im Schweizer Drama um den Pflege-Alltag in einem Krankenhaus: im Schweizer Film „Heldin“ von Petra Volpe. Der Preis ging jedoch an die Norwegerin Renate Reinsve für ihre Rolle in „Sentimental Value“.

Der 74-jährige Schwede hat nach dem Golden Globe am Samstag den Europäischen Filmpreis als bester Hauptdarsteller erhalten.
NDR Koproduktion „Riefenstahl“ geht leer aus
In der Kategorie bester Dokumentarfilm durfte der NDR als Koproduzent des Filmes „Riefenstahl“ von Andres Veiel und Sandra Maischberger auf einen europäischen Filmpreis hoffen, ging jedoch leer aus. Der Film steht aktuell bis zum 22. Mai 2026 in der ARD Mediathek.“
Video:
„Riefenstahl“: Doku über Hitlers Lieblingsregisseurin (3 Min)
2024: „Emilia Pérez“ bester europäischer Film
Bei der letzten Verleihung der Europäischen Filmpreise war 2024 der Musicalfilm „Emilia Pérez“ von Jacques Audiard als bester europäischer Film ausgezeichnet worden. Er hatte zuvor seine Deutschlandpremiere beim Filmfest Hamburg gefeiert. Audiard bekam den Douglas Sirk Preis des Filmfestes von Regisseur Fatih Akin überreicht.

Der Hamburger Autorenfilmer hat den Douglas-Sirk-Preisträger des Festivals gewürdigt: „Er ist ein sehr mutiger Filmemacher“.

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Die Doku von Andres Veiel und Sandra Maischberger ist in der ARD Mediathek zu sehen. Sie zeigt, dass Leni Riefenstahl keineswegs nur eine Mitläuferin war.

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