Was für ein Auftritt! Ragnar Ache (27) wird beim 2:1 (0:1) gegen Mainz mit zwei Treffern zum Retter von Trainer Lukas Kwasniok (44) und beendet Kölns Sieglos-Serie.

Überglücklich marschierte Ache nach dem Spiel über den Platz und machte u.a. ein Selfie mit Mega-Talent Said El Mala (19). Die Erleichterung beim FC-Stürmer war deutlich zu erkennen. Ache lächelte in jede Kamera. So happy hat man ihn in Köln noch nie gesehen. Verständlich, denn Ache hat schwere Monate hinter sich…

Er war enttäuscht und verunsichert, dass er unter Kwasniok zu wenig Spielzeit hatte und im Abschluss oft vom Pech verfolgt war. Letzte Woche beim 2:2 in Heidenheim hatte er Top-Chancen fahrlässig verballert. Jetzt die Tor-Erlösung ausgerechnet im so wichtigen Spiel gegen Mainz. „Man zweifelt natürlich etwas, wenn man Chancen bekommt, wie zum Beispiel in Heidenheim, und der Ball nicht reingeht. Die zwei Tore tun jetzt natürlich sehr gut“, sagt Ache. Und weiter: „Stürmer werden an Toren gemessen. Wenn man die nicht schießt, kommen gewisse Sachen in die Welt.“

Ache arbeitet mit Mental-Trainer

Ache ist ein Kopfmensch. Nach dem 0:1 gegen Union Berlin hatte er mit Tränen im Gesicht enttäuscht auf der Bank gesessen. Wenn es beim Stürmer, der im Sommer für knapp 4,5 Mio. Euro aus Kaiserslautern zum FC gewechselt war, nicht läuft, nimmt er sich das sehr zu Herzen. Ache arbeitet mindestens einmal pro Woche mit seinem Mental-Trainer Max Planer (34) zusammen. Schon in seiner Frankfurter Zeit (2020 bis 2023) hatte Ache oft an großen Selbstzweifeln gelitten.

Mann des Tages beim 2:1 gegen Mainz mit 2 Treffern: Ragnar Ache (27)

Mann des Tages beim 2:1 gegen Mainz mit 2 Treffern: Ragnar Ache (27)

Foto: picture alliance / Chai von der Laage

Im Trainingslager in La Nucia (Spanien) hatte Sport-Boss Thomas Kessler (39) ein langes Gespräch mit Ache geführt und ihm deutlich gemacht, dass der FC auf ihn setzt. Der sensible Stürmer hat alles dafür getan, damit er in Top-Form kommt. Kessler: „Er hat zwei, drei Monate sehr, sehr intensiv gearbeitet mit unserer Athletikabteilung, mit dem Trainerteam und auch mit seinem privaten Trainer.“

Die körperlichen Defizite hat Ache (3 Tore, 4 Vorlagen) hinter sich gelassen. Er sagt: „Ich fühle mich auch nach der englischen Woche gut, spüre eigentlich gar nichts, nichts zuckt. Das würde ich gerne auch so halten. Ich hoffe, dass das Thema vom Tisch ist.“