München (Bayern) – Wenn Uschi Glas über das Alter spricht, tut sie das nicht mit einem Seufzen. Sondern mit einem Strahlen. Am 2. März feiert die beliebte Schauspielerin ihren 82. Geburtstag – und freut sich darauf. Weil sie lebt. Weil sie gebraucht wird. Und weil sie jeden Tag nutzt, um genau das zu spüren.
„Ich verstehe das nicht, warum hadert jemand mit dem Älterwerden?“, sagt sie zu BILD. „Es gibt keinen Ausweg. Oder man geht vorher!“

Schauspielerin Uschi Glas auf einer undatierten Aufnahme im Sommer-Look am See. Sie zählt bis heute zu den beliebtesten deutschen Schauspielerinnen
Foto: Schneider-Press/ES
Uschi Glas hält sich täglich mit Stretching fit
Uschi ist eine von denen, die dem Alter Respekt zollen. „Gesund älter zu werden, ist ein Geschenk, das man dankbar annehmen muss“, sagt sie. Und sie lebt es jeden Tag. „Ich mache Stretching, laufe, mache Krafttraining, zähle meine Schritte. An guten Tagen knacke ich die 10.000er-Marke. An anderen eben nicht. Auch das gehört dazu.“

Uschi Glas (damals 24, r.) 1968 mit Werner Enke (84, damals 27) und Regisseurin May Spils (84, damals 26) 1968 am Set der Kult-Komödie „Zur Sache, Schätzchen“
Foto: BMC-Image/BAMH
Was sie wütend macht: „Dass so viele Menschen in meinem Alter nur noch jammern. Ich ärgere mich, wenn sich jemand beschwert, Geburtstag zu haben oder älter zu werden. Ich finde das unbegreiflich!“
Ihr Appell an alle, die sich beklagen: „Hört auf damit! Seht, was ihr habt! Und was noch alles geht.“ Sie lacht: „Das Schönste am Älterwerden ist, dass man noch nicht tot ist.“

Zu ihrem 60. Geburtstag 2004 ehrte die „Deutsche Hospiz Stiftung“ Glas (r.) für ihr Engagement. Die Laudatio hielt die damalige CDU-Vorsitzende Angela Merkel (71, damals 49)
Foto: picture-alliance / SCHROEWIG/CS
Glas: „Für mich gab es nie ein Alter“
Denn für Uschi Glas ist das Leben auch mit über 80 ein Versprechen. Kein Problem. Sie braucht Aufgaben. „Ich liebe es, für meine drei Enkel die Nonna zu sein. Ich liebe die Arbeit für unseren Verein ‚brotZeit‘. Und ich liebe es, dass ich immer noch vor der Kamera stehen darf. Das finde ich einfach schön.“

Kinder liegen ihr am Herzen: die beliebte Schauspielerin mit ihrem Ehemann Dieter Hermann (74) Anfang Dezember auf der „Ein Herz für Kinder“-Spendengala in Berlin. Das Paar ist seit 2005 verheiratet
Foto: Fredrik von Erichsen/BILD
Vielleicht liegt ihre Haltung daran, dass sie nie auf die Zahl im Pass geschaut hat. „Für mich gab es nie ein Alter. Wenn mich jemand fragte, wie ich mich mit 50 oder 60 oder 70 fühlen würde, antwortete ich, dass ich das nicht wüsste. Ich war ja vorher noch nie 50 oder 60 oder 70.“
Glas: „Ich brauche das Gefühl, gebraucht zu werden“
Was zählt, ist das Jetzt. Und das Jetzt soll aktiv, gesund, sinnvoll sein. Ihre Ernährung? „Bewusst.“ Ihr Körper? „Ein Geschenk, um das man sich kümmern muss.“ Ihr Antrieb? „Tief im Herzen. Ich brauche das Gefühl, gebraucht zu werden. Etwas zurückzugeben, das bringt Lebensfreude!“

Glas packt mit an! Regelmäßig unterstützt sie den von ihr gegründeten Verein „brotZeit“, gibt wie hier Mahlzeiten aus
Foto: AGENCY PEOPLE IMAGE
Mehr als 3000 Frühstückshelferinnen und -helfer stehen jeden Morgen für „brotZeit“ bereit. Alles Seniorinnen und Senioren. Sie geben den Kindern das, was in vielen Familien fehlt: einen liebevollen Start in den Tag. Und bekommen dafür etwas zurück, das unbezahlbar ist: ein echtes Lächeln. „Die Kinder lieben sie“, sagt Uschi. „Und unsere Helfer sind happy, dass sie für die Kinder da sein können.“
Mehr zum Thema
Januar 1983: Glas (damals 38) mit ihren Eltern, Christian (†82) und Josefa (†82), und ihren Söhnen Alexander (43, damals 2, l.) und Benjamin Teewag (49, damals 7) bei ihr zu Hause in München
Foto: dpa/picture-alliance
Diese Verbindung zwischen den Generationen bedeutet ihr viel. Vielleicht auch, weil sie selbst als Großmutter spürt, wie wichtig Nähe ist. Wie wichtig es ist, da zu sein. Und wie gut es tut, wenn man noch gebraucht wird. „Vielleicht kann man ja im Alter das Eine oder das Andere noch nachholen, was man immer machen wollte“, sagt sie. „Eine Einladung. Eine Entschuldigung. Eine Reise.“
Uschi Glas denkt nicht daran, leise zu werden. Sie ist lebendig. Und widerspricht dem Bild der alten Frau, die sich zurückzieht.