Moskau – Neuer Tiefschlag für Kremlherrscher Wladimir Putin: Der enge Verbündete China hat die Annahme von Stromlieferungen aus Russland gestoppt. Das berichtet die russische Zeitung „Kommersant“.
Demnach hat China die Käufe aus Russland schon seit dem 1. Januar 2026 vollständig eingestellt. Eigentlich läuft der Stromliefervertrag zwischen beiden Ländern bis zum Jahr 2037, doch China wolle nicht einmal mehr die vereinbarte Mindestmenge an Strom importieren.

China baut seine Stromerzeugung massiv aus – hier eine Photovoltaik-Anlage im Yanghu-See bei Tianchang. Die russischen Lieferungen werden immer uninteressanter für das Land
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Grund für den Einfuhrstopp sind offensichtlich hohe Preise für russischen Strom, schreibt „Kommersant“ weiter. Seit Januar liegen die russischen Exportpreise über den chinesischen Inlandspreisen. Deshalb habe China das Interesse verloren. Beim Geld hört die Freundschaft zwischen den engen Verbündeten dann offenbar doch auf.
China und Russland hatten 2012 einen Stromvertrag unterzeichnet, der eine Lieferung von rund 100 Milliarden Kilowattstunden über 25 Jahre vorsieht. China bekommt den russischen Strom von der Firma InterRAO geliefert.
Russische Stromlieferungen gehen seit Jahren zurück
Die Preisentwicklung ist aber nur eines der Probleme, die Russland mit seiner Stromerzeugung hat. Aufgrund von Engpässen und einem Mangel an Stromkapazitäten im Fernen Osten reduzierte die russische Seite die Lieferungen nach China seit Jahren immer weiter.
Im Jahr 2022 lag der Export nach China noch auf Rekordniveau: 4,6 Milliarden Kilowattstunden. Im Folgejahr sanken die Lieferungen auf 3,1 Milliarden Kilowattstunden. 2024 fiel der Stromexport auf 0,9 Milliarden Kilowattstunden. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 waren es nur 0,3 Milliarden Kilowattstunden, die nach China flossen. Jetzt ist der Nullpunkt erreicht.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters teilte das russische Energieministerium mit, dass die Lieferungen nach China je nach den vereinbarten Bedingungen wieder aufgenommen werden können. „Russland könnte die Stromexporte nach China wieder aufnehmen, wenn es eine entsprechende Anfrage aus Peking erhält und für beide Seiten vorteilhafte Kooperationsbedingungen erzielt werden.“
Auch das Unternehmen InterRAO will eine Lösung erreichen. „Die Parteien sondieren derzeit aktiv Möglichkeiten für den Stromhandel“, zitiert „Kommersant“ das russische Unternehmen. Russlands Wirtschaft ist extrem abhängig von Rohstoff- und Energie-Exporten.