Ein Formular für die Erbschaftsteuererklärung liegt auf einem Tisch.

AUDIO: Rot-Grün will Steuerschlupflöcher schließen (1 Min)

Stand: 18.01.2026 15:03 Uhr

Die rot-grüne-Regierungskoalition in Hamburg will zahlreiche Steuerschlupflöcher schließen – etwa bei der Erbschafts- und bei der Grunderwerbssteuer. Gleichzeitig machen sich SPD und Grüne in der Hansestadt für die Wiedereinführung der Vermögenssteuer stark, die vollständig den Ländern zufließen soll.

Kleinere Erbschaften sind schon heute aufgrund von Freibeträgen weitgehend steuerfrei – das soll nach dem Willen der Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen ausgeweitet werden. Vorausgesetzt sei aber, dass bei großen Erbschaften Lücken geschlossen werden.

Im Fokus: Erbschaftssteuer bei großen Wohnungsunternehmen

Besonders im Fokus dabei sind große Wohnungsunternehmen mit mehr als 300 Wohnungen. Dort muss derzeit keine Erbschaftssteuer gezahlt werden – und das gehöre abgeschafft, so Rot-Grün in einem Antrag für die kommende Bürgerschaftssitzung.

Eine Hand hält eine Brille vor fallende Geldscheine (Montage)

Welche Regelungen zur Erbschaftssteuer gibt es in Deutschland? Warum gelten sie als reformbedürftig? Und wer zahlt überhaupt wie viel? Ein FAQ zur aktuellen Debatte.

Kartenzahlung soll immer möglich sein

Außerdem soll es eine höhere Mindesthöhe bei der Gewerbesteuer geben. Aktuell liege der Steuerschaden in diesem Bereich bei bis zu einer Milliarde Euro. Daneben fordern die beiden Parteien auch, dass etwa Geschäfte und Restaurants verpflichtet werden sollen, einen Beleg auszustellen – und dass Kunden und Kundinnen immer digital bezahlen können.

Den Kommunen fehlen bundesweit rund 25 Milliarden Euro an Steuern, sagte der Grünen-Abgeordnete Dennis Paustian-Döscher. SPD-Politiker Milan Pein meint: Steuergerechtigkeit sei Grundlage dafür, dass Länder wie Kommunen ihre Aufgaben erfüllen und investieren können.

Luftaufnahme der Hamburger Speicherstadt.

Das hat der Senat nach Informationen von NDR 90,3 in dieser Woche beschlossen. Grund dafür ist laut Finanzsenator Dressel die Steuerpolitik der Bundesregierung.

Verschiedene Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch.

Man wolle Ungerechtigkeiten der jetzigen Regelung beseitigen, so SPD-Finanzpolitikerin Heiligenstadt auf NDR Info. Der ifo-Präsident warnt dagegen vor Kapitalflüchtlingen.

Friedrich Merz

Die Pläne der SPD zur Reform der Erbschaftssteuer sind in der Wirtschaft auf breite Kritik gestoßen. Kanzler Merz hat den Plänen nun eine Absage erteilt und warnt vor einer Verunsicherung der Wirtschaft. Von Hans-Joachim Vieweger.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.01.2026 | 15:00 Uhr

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