Reinickendorf – Nur ein halber Meter fehlte – dann hätte es Tote geben können!

Am vergangenen Mittwoch gegen 9.30 Uhr spielten sich in der bekannten Hochhaussiedlung Märkisches Viertel in Berlin-Reinickendorf erschreckende Szenen ab. Plötzlich krachten Gegenstände aus großer Höhe auf einen Gehweg.

Erst aus dem 13. Stock, kurz darauf auch aus dem zweiten Stock. Unter den Wurfgeschossen waren ein Kinderfahrrad und ein großer Holzbildrahmen.

Das Hochhaus im Berliner Ortsteil Märkisches Viertel

Das Hochhaus im Berliner Ortsteil Märkisches Viertel

Foto: Axel Billig

Diesen Verdächtigen nahm die Polizei fest

Besonders dramatisch: Ein siebenjähriges Kind und seine 36-jährige Mutter standen zu diesem Zeitpunkt auf der Straße. Der massive Holzbildrahmen schlug nur rund 50 Zentimeter neben ihnen auf. Ein halber Meter, der über Leben und Tod oder schwere Verletzungen entschied. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Mutter und Kind kamen mit dem Schrecken davon. Die Polizei nahm einen 30-jährigen Tatverdächtigen fest. Der Mann ist wohnungslos und hat laut eines internen Polizeischreibens eine litauisch-lettische Staatsangehörigkeit.

Die Polizisten brachten ihn zunächst in ein Gewahrsam. Hinweise auf einen möglichen Vorsatz ergaben sich für die Polizei nicht – der Mann wurde wieder freigelassen.

Ein Einsatzwagen der Polizei vor dem Hochhaus im Märkischen Viertel. Ein 30-Jähriger hatte Gegenstände geworfen

Ein Einsatzwagen der Polizei vor dem Hochhaus im Märkischen Viertel. Ein 30-Jähriger hatte Gegenstände geworfen

Foto: Axel Billig

„Das ist unverantwortlich“

Gewerkschafter Thorsten Schleheider, Landesvize der GdP, äußerte sich deutlich zu dem Vorfall. „Wir sind erst einmal froh, dass dem Kind und der Mutter rein äußerlich nichts passiert ist“, sagte Schleheider. Doch er warnte eindringlich: „Wer Gegenstände aus einem Hochhaus wirft, riskiert schwerste Verletzungen und den Tod von Menschen.“ Besonders scharf kritisierte er den Umgang mit dem Tatverdächtigen: „Dass man einen wohnungslosen Täter sofort wieder auf freien Fuß lässt, ist unverantwortlich, aber leider in dieser Stadt keine Seltenheit.“

Schleheider verwies auf ähnliche Fälle in der Vergangenheit. „Wir haben in den letzten Jahren bereits mehrere Fälle dieser Art gesehen, die nicht als das behandelt wurden, was sie sind – versuchter Totschlag.“