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Irina Titova erschafft Sehenswürdigkeiten aus Sand.Irina Titova erschafft Sehenswürdigkeiten aus Sand. © Imago

Die Sandkünstlerin zeigt ihr Programm in der Dankeskirche. Dabei entstehen weltberühmte Sehenswürdigkeiten, die sofort wieder verschwinden.

Irina hat ihre Liebe zum Sand während ihrer Arbeit als Pädagogin mit autistischen Kindern entdeckt. „Eigentlich malen autistische Kinder gar nicht“, erinnert sich Irina, „aber im Sandkasten haben sie plötzlich angefangen, mit den Fingern Linien und Kreise zu malen. So haben sie sich ausgedrückt.“ Genau das macht Irina Titova seit einigen Jahren. Sie ist die Queen of Sand und erschafft ganz besondere Kunstwerke – schnell, vergänglich und absolut eindrucksvoll. Dazu braucht sie eine Glasplatte, Licht und natürlich Sand. „Mit Vulkansand funktionieren meine Kunstwerke am besten“, sagt die Künstlerin.

Irina Titova erschafft Sehenswürdigkeiten aus Sand.Irina Titova erschafft Sehenswürdigkeiten aus Sand. © ImagoWas leicht aussieht, muss geübt werden

Doch damit aus ungefähr vier Kilo Sand, die sie auf jede Reise mitnimmt, Bilder werden, muss sie trainieren. „Ich habe die Bilder bereits im Kopf, die ich zeigen will. Das Schwierige ist nur zu überlegen, wie das eine ins andere fließen kann.“ Das heißt für Irina: Aus der Golden Gate Bridge wird die Skyline von Manhattan, aus den Pyramiden in Ägypten entsteht das Taj Mahal oder aus einem japanischen Garten wird die Chinesische Mauer. Das sind nur einige der Eindrücke, die Irina Titova in ihrem Programm „In 80 Bildern um die Welt“ zeigen wird. Ihre Show ist Ende Januar in der Dankeskirche in Bad Nauheim zu erleben. „Ich trete sehr gerne in Kirchen auf. Das sind spezielle Orte mit einer ganz eigenen Atmosphäre, in der meine Bilder noch besser zur Geltung kommen.“

„In 80 Bildern um die Welt“

Irina Titova – die „Queen of Sand“ – ist mit ihrem Programm „In 80 Bildern um die Welt“ am Mittwoch, 28. Januar, um 20 Uhr zu Gast in der Bad Nauheimer Dankeskirche. Mit atemberaubender Geschwindigkeit lässt Irina eine Welt aus Sand auf einer beleuchteten Glasplatte entstehen, während ihre Bilder live auf eine Großleinwand projiziert werden. Begleitet wird die Sand㈠reise von der Stimme des bekannten Synchronsprechers Joachim Kerzel, der mit seiner tiefen, eindringlichen Stimme emotionale Geschichten erzählt. Kerzel synchronisiert unter anderem Jack Nicholson, Dustin Hoffman oder Anthony Hopkins.

Die Weltreise in der Dankeskirche geht von der Skyline New Yorks, durch die Weiten der Wüste bis zu den Pyramiden Ägyptens. Irinas Sandfiguren streifen durch Paris, grüßen aus Venedig, reiten auf Elefanten in Indien und fliegen über das Dach der Welt.

Damit das Publikum die Bilder auch richtig sieht, wirft eine Kamera das, was Irina scheinbar mühelos und wie von Zauberhand auf ihrer Glasplatte kreiert, an die Wand beziehungsweise auf eine Leinwand. „Es ist wie Kino, nur absolut vergänglich und in jeder Show einzigartig“, sagt Irina. Das Publikum sei meistens überrascht, wie die Bilder inei㈠nanderfließen und wie aus einer Sehenswürdigkeit eine andere wird – meist so, dass die Besucher aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. „Eigentlich bin ich auf der Bühne ganz in meine Kunst versunken, ich alleine und ungefähr 400 Menschen um mich he㈠rum“, lacht sie. Sie höre dann oft nur ein „Ahh“ oder „Oh“, wenn ein neues Bild entstanden ist. Oftmals wird bei „In 80 Bildern um die Welt“ auch aus dem Publikum geraten und hineingerufen, was wohl als Nächstes zu sehen sein wird. „Es ist wie ein Märchen aus Sand“, meint die Künstlerin. Sie liebt die Vergänglichkeit und die Transformation ihrer Bilder. „Nichts ist für die Ewigkeit.“

Sie sucht die Musik selber aus

Um – wie bei einem Kinofilm – noch mehr Emotionen zu erzeugen, wird passende Musik gespielt. Die sucht Irina für jedes Programm selbst aus. Das können Lieder von Cat Stevens oder den Doors sein, klassische Musik von Beethoven oder Haydn oder aktuelle Hits aus den Charts.

Die Leinwand bei ihrem Programm hat Irina auf die Idee zu ihrem neuen Programm gebracht, das sie gerade entwickelt. Denn mit „In 80 Bildern um die Welt“ ist sie nun letztmals in Deutschland auf Tour. Sie hat dann noch einige Termine in Österreich, wo die Künstlerin auch lebt, in Spanien und in Italien. Dann wird es Zeit für etwas Neues. Nicht etwa für andere Kunst, sondern für neue Ideen. Alte Kinoklassiker sollen im Mittelpunkt stehen. „Once Upon a Time in Hollywood – Es war einmal in Hollywood“ wird das neue Programm heißen und sich Filmikonen und der entsprechenden Musik widmen.

Jetzt wird Irina erst mal auf ihre letzte Tour rund um die Welt gehen. Neben Sehenswürdigkeiten in den USA, England oder Frankreich wirft sie natürlich auch einen künstlerischen Blick auf Deutschland. „Das Schloss Neuschwanstein oder das Oktoberfest dürfen dabei nicht fehlen. Ein wenig Klischee gehört dazu“, sagt sie. Genauso wie der Ort, an dem sie auftritt.

Irina Titova möchte nicht zu viel verraten, aber vielleicht werden auf ihrer Glasplatte und dem Hügel aus Sand zuerst das Badehaus und danach die Dankeskirche entstehen.