Geesthacht – Riesige Schollen schieben sich übereinander, bis zu zehn Meter hoch türmen sich einige Eisberge auf! Auf der Elbe vor Hamburg spielen sich bizarre Winterszenen ab, obwohl längst das Tauwetter eingesetzt hat …
Sechs Eisbrecher sind im Dauer-Einsatz und kämpfen sich durch die gefrorenen Barrieren, um den Fluss wieder passierbar zu machen.

Brisante Lage: Bis zu zehn Meter hohe Eisberge türmen sich rund um die Elbbrücke Geesthacht nach Niedersachsen auf
Foto: Thomas Knoop
„Das hatten wir so auch noch nicht“, sagt Andreas Schultz, Leiter der Spezialschiff-Flotte beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA). „Das Eis reicht vom Grund der Elbe gut zehn Meter in die Höhe“, so der Experte.
Das ungewöhnliche Naturschauspiel zieht zahlreiche Schaulustige an. An den Ufern sammeln sich Menschen, zücken ihre Handys und fotografieren die Eisberge auf der Elbe. Langsam vorbeifahrende Autofahrer sorgen teilweise sogar für Stau.
Mehr zum ThemaWie kam es zu den Eis-Massen?
Eiskalte Temperaturen von bis zu minus 10,8 Grad am vergangenen Sonntag – und dazu Niedrigwasser. Eine fiese Kombination!

Schaulustige sind zwischen den auf den Elbstrand gedrückten Eisbergen unterwegs
Foto: Timo Jann
Der Abfluss der Elbe lag teilweise bei nur 300 Kubikmetern (300.000 Liter) pro Sekunde. Viel zu wenig, so Schultz: Mindestens 200 Kubikmeter mehr müssten es sein, „damit das Eis vernünftig ablaufen kann“.

Durch Niedrigwasser kam es zum Grundeis, das aufstieg und die Elbe blockiert
Foto: Thomas Knoop
Die Folge: Das Grundeis bildete sich am Boden, stieg nach oben und setzt die Oberfläche zu. Als am Montag Tauwetter einsetzte, griffen die Eisbrecher an. Doch die Eis-Massen waren kaum wegzubekommen.

Sechs Eisbrecher sind auf der Elbe im Einsatz
Foto: Timo Jann
Eisbrecher im Dauer-Einsatz
Seitdem ist unter anderem XXL-Eisbrecher „Keiler“ im Einsatz. Mit rund 1100 PS fährt das Schiff immer wieder sogar auf die Eisbarrieren, setzt auf und zerdrückt das Eis: Tag und Nacht!

Ein Vogel hockt auf einem Mini-Eisberg, lässt sich auf dem Wasser treiben
Foto: Thomas Knoop
Und wann ist Schluss? Schon in dieser Woche droht neuer Frost. Zum Ende des Monats könnte der Winter sogar erneut zweistellige Minusgrade bringen …