Kiels Niklas Niehoff (r.) im Zweikampf mit Paderborns Calvin Brackelmann

AUDIO: KSV-Kapitän Skrzybski: „Wir waren sehr effizient“ (2 Min)

Stand: 18.01.2026 16:38 Uhr

Holstein Kiel hat mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den SC Paderborn in seinem ersten Zweitliga-Spiel des neuen Jahres ein Ausrufezeichen gesetzt. Eine möglicherweise schwere Kopfverletzung von Gäste-Verteidiger Calvin Brackelmann überschattete den Sieg des Teams von Coach Marcel Rapp gegen den Aufstiegsanwärter.

von Hanno Bode

Die Schleswig-Holsteiner ließen im gesamten Spiel keine Top-Chance der Gäste zu. Und vorne sorgten Steven Skrzybski (19.) und Lasse Rosenboom (67.) mit ihren Treffern dafür, dass der Bundesliga-Absteiger den Sprung auf Platz zehn schaffte. In der am Sonntagnachmittag gezeigten Verfassung dürfte die KSV vor einer entspannten Rückrunde stehen.

Die Partie musste kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit für zehn Minuten unterbrochen werde, weil Brackelmann nach einem Zweikampf regungslos auf dem Rasen liegen blieb. Die herbeigeeilten Sanitäter versorgten den gebürtigen Lüneburger, der schließlich unter dem Applaus der Zuschauer mit einer Trage vom Platz gebracht wurde.

Brackelmann-Verletzung sorgt für Bestürzung

„Wir haben die Hoffnung, dass es nur eine kleine Gehirnerschütterung ist. Aber das ist alles spekulativ, was ich jetzt sage“, erklärte SCP-Coach Ralf Kettemann dem NDR. Er sei „sehr bedrückt“, so der Fußballlehrer. Auch Holstein-Kapitän Skrzybski stand nach dem Abpfiff ganz unter dem Eindruck der Bilder von der Behandlung des Abwehrspielers: „Am Anfang dachte man vielleicht, dass es ein normaler Zweikampf war. Aber wenn man die Bilder ein Stück weit sieht, sieht es wirklich nicht gut aus. Ich hoffe, dass es möglichst schnell wieder besser wird, ohne, dass da groß etwas zurückbleibt.“

SCP-Geschäftsführer Sebastian Lange konnte immerhin schon leichte Entwarnung geben. „Calvin ist ansprechbar, auf dem Weg zur Uniklinik“, wurde er auf den Social-Media-Kanälen des Clubs zitiert.

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Krumrey rettet, Skrzybski trifft

Die KSV, bei der die Winterzugänge Jonas Meffert und Umut Tohumcu in der Startelf standen, hatte zu Beginn gegen sehr hoch anlaufende Gäste einige bange Momente zu überstehen. Nach zehn Minuten schlugen bereits drei Torabschlüsse für Paderborn zu Buche, von denen allerdings nur der Abschluss von Sebastian Klaas richtig gefährlich war. Keeper Jonas Krumrey verhinderte mit seinen Fingerspitzen den frühen Rückstand (8.).

Nach der ersten Sturm- und Drangphase der Ostwestfalen fand Kiel zunehmend besser in die Begegnung. Ersten zarten Angriffsversuchen folgte sofort das 1:0. Linksverteidiger John Tolkin flankte in den Strafraum auf Phil Harres, der per Kopf zu Skrzybski weiterleitete. Der Rest war für den Routinier Formsache. Aus der Nahdistanz nickte der 33-Jährige den Ball über die Linie.

Meffert sofort der erhoffte Stabilisator

Mit der Führung im Rücken gewann Holstein weiter an Stabilität. Das Rapp-Team war griffig in den Zweikämpfen und zeigte ein gutes Rückzugsverhalten. Die spielstarken Paderborner waren vergeblich auf der Suche nach Lücken im Kieler Defensivverbund. Rückkehrer Meffert, fleischgewordener „Staubsauger“, war als Sechser vor der Vierer-Abwehrkette die erhoffte „Putzfee“.

Mit der Arbeit seiner Elf gegen den Ball konnte Rapp mit Ausnahme der ersten zehn Minuten also zufrieden sein. Im Vorwärtsgang mangelte es den Schleswig-Holsteinern hingegen vor der Pause etwas an Esprit und Entschlossenheit.

„Joker“ Rosenboom sticht

Nach dem Seitenwechsel garnierte der Absteiger seine zunächst weiter sehr konzentrierte Vorstellung dann auch mit einigen feinen Spielzügen. Niklas Niehoff hätte einen dieser Angriffe, die nahezu alle aus Umschaltmomenten resultierten, schon zum 2:0 abschließen müssen, scheiterte aber freistehend an SCP-Keeper Dennis Seimen (54.). Präzisier zielte bald darauf der kurz zuvor eingewechselte Rosenboom. Nachdem ein Schuss von David Zec noch von den Gästen geblockt worden war, fiel der Ball dem „Joker“ vor die Füße. Aus wenigen Metern traf der baumlange Defensivspezialist zum 2:0.

„Wir waren offensiv sehr, sehr effizient – was dann auch immer hilft“, freute sich Kapitän Skrzybski später im NDR Interview über die Abgeklärtheit seines Teams vor dem Tor.

Bange Minuten nach Brackelmann-Verletzung

Paderborn versuchte anschließend, seine Angriffsbemühungen noch einmal zu intensivieren. Doch die Ostwestfalen bekamen gegen die sehr kompakt stehenden Kieler einfach keine Tiefe in ihr Spiel. Die Flügel lahmten, das Zentrum war dicht und zu allem Überfluss auch noch ein wenig Jürgen Wegmann im Spiel. Denn getreu der Weisheit des einstigen Bundesliga-Torjägers: „Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu“, wurde den Gästen ein Treffer von Klaas aberkannt (75.).

 Calvin Brackelmann vom SC Paderborn wird im Spiel bei Holstein Kiel mit einer Trage vom Platz gebracht

SCP-Verteidiger Calvin Brackelmann wurde mit einer Trage vom Platz gebracht.

Dessen Teamkamerad Steffen Tigges war bei einem Abstoß Holsteins zu früh in den Strafraum gerannt, sodass seine anschließende Balleroberung und der Schuss von Klaas in den Giebel nach Sichtung der Bewegtbilder durch den Kölner Keller und Schiedsrichter Michael Bacher (Amerang) ein Muster ohne Wert blieben.

Dass kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit Verteidiger Brackelmann nach langer Behandlungspause auf dem Platz mit einer Trage vom Rasen gebracht werden musste, machte für die Paderborner aus einem schwarzen einen rabenschwarzen Tag. Der 26-Jährige war mit Rosenboom zusammengestoßen und zog sich dabei möglicherweise eine schwere Kopfverletzung zu.

18. Spieltag, 18.01.2026 13:30 Uhr

Krumrey – Nekic, Zec, Ivezic – Niehoff (61. Rosenboom), Meffert, Tohumcu (61. Davidsen), Tolkin – Therkelsen (85. Schwab), Harres (85. Jakupovic), Skrzybski (75. Kaprálik)

2

Seimen – F. Götze, Scheller (68. Hansen), Brackelmann – Curda, Baur, Klaas (81. Engelns), Obermair – S. Michel (62. Bilbija), Tigges (81. R. Müller), Bätzner (62. Okpala)

0

Tore

  • 1:0 Skrzybski (19.)
  • 2:0 Rosenboom (67.)

Weitere Daten zum Spiel