Schöne Worte, null Punkte! Karlsruhes Trainer Christian Eichner (423) streute nach dem Abpfiff reichlich Zucker über die Preußen und lobte Kollege Alexander Ende (46) und seine Jungs durchaus verdient in den höchsten Tönen: „Großes Kompliment an den ganzen Club. Ich schaue viele eurer Spiele, weil ich die Raute liebe. Ihr habt es auch uns heute lange schwer gemacht.“
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Klingt nett. Bringt aber nichts! Denn was Münster fehlt, sind keine Komplimente – sondern Tore! Die einzig harte Währung im Kampf um den Klassenerhalt. Beim bitteren Heim-0:2 gegen den KSC waren Chancen da. Reichlich sogar. Doch es fehlte der Vollstrecker. Mal ging der Ball Zentimeter am Kasten vorbei, mal verzweifelten die „Adlerträger“ an Gäste-Keeper Hans-Christian Bernat (25), der einen Sahne-Tag erwischte.
Neuer Knipser gesucht. Sturmtief bedroht die Preußen!
Die Personallage im Angriff spitzt sich zu. Zumal jetzt auch noch Lars Lokotsch (30) mit Muskelbündelanriss bis zu sechs Wochen (BILD berichtete) raus ist. Damit sind nach Malik „Batman“ Batmaz (25/Kreuzbandriss), „Schweden-Oscar“ Vilhelmsson (22/muskuläre Probleme), Joshua Mees (29/Bein-Entzündung) und Leon Tasov (20/Faserriss) bereits fünf Offensivkräfte außer Gefecht!
Und Etienne Amenyido (27)? Gefährlich, ja – aber leider verletzungsanfällig. Er fehlte in dieser Saison ebenfalls schon insgesamt fast zwei Monate. Sportdirektor Jan Uphues (38) gibt zu:„Durch den Ausfall von Lars hat sich die Situation noch einmal etwas zugespitzt. Wir werden aber nur aktiv, wenn es Sinn macht. Doch wir sind natürlich vorbereitet.“
Das Transferfenster schließt am 2. Februar. Also in etwas mehr als zwei Wochen. Trainer Ende gibt sich optimistisch: „Unser System mit zwei Spitzen und einem Zehner dahinter ist für Offensivspieler sehr attraktiv.“

Preußen-Stürmer Etienne Amenyido (M.) rieb sich gegen den KSC als „Zehner“ vergeblich auf. Nach langer Verletzungspause war er nach 72 Minuten platt, wurde gegen Charalambos Makridis ausgewechselt
Foto: Friso Gentsch/dpa
Klar aber auch: Passende Stürmer, die sofort helfen können, sind gerade im Winter Mangelware. Dazu stellt sich die Frage: Leihe oder feste Verpflichtung? Erste unbestätigte Namen kursieren bereits. Zum Beispiel von Gladbacher Talent Jan Urbich (21). Der bullige Mittelstürmer (1. 88 m/Vertrag bis 2027) kommt auf drei Bundesliga-Einsätze, aber noch nicht an der starken Konkurrenz (u.a. Tabakovic, Honorat oder Kleindienst) vorbei. In elf Regionalliga-Spielen für die U23 netzte er allerdings schon elf Mal ein. Borussia soll offen für eine Leihe sein, damit Urbich höherklassig mehr Spielpraxis sammeln kann.
Der erfahrene Felix Platte (29/1. 90 m) könnte ebenfalls zum Thema werden. 23 Erstliga- und 140 Zweitliga-Spiele, 31 Tore – und aktuell vereinslos. Nachdem der SC Paderborn seinen Vertrag im Sommer nicht verlängerte.
Uphues schließt sogar einen Blick über die Grenzen nicht aus. Die Zeit drängt. Nach dem verpatzten Rückrundenstart und der bereits achten Niederlage in der laufenden Spielzeit beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 inzwischen nur noch ein mageres Pünktchen. Dazu folgen mit Paderborn und Nürnberg zwei schwere Auswärtspartien. In denen die „Adlerträger“ sicherlich nicht aussichtslos sind. Wenn sie ihre eigenen Chancen konsequenter nutzen. Vielleicht ja schon bald mit einem neuen Knipser…

Keine Gnade! Die Preußen Yassine Bouchama (l.) und Kapitän Jorrit Hendrix (r.) versuchen vergeblich, Schiedsrichter Eric Weisbach die „Rote Karte“ für Abwehrchef Paul Jaeckel auszureden
Foto: Friso Gentsch/dpa
● Bei Paul Jaeckel (27), der Abwehrchef hatte von Schiedsrichter Eric Weisbach (29/Halle) wegen Notbremse die Rote Karte (78.) gesehen, hoffen die Preußen übrigens vorm DFB-Sportgericht auf eine milde Strafe. Weil durch den Freistoß unmittelbar nach seinem Platzverweis die Paderborner Führung fiel. In ähnlich gelagerten Fällen waren die „Sünder“ zuletzt mit der Sperre von einem Spiel davongekommen.