
Im Grönland-Konflikt droht US-Präsident Trump mit neuen Zöllen. Außenminister Wadephul kündigt eine europäische Antwort an – und glaubt nicht, dass das bereits gebilligte Zollabkommen tatsächlich in Kraft tritt.
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat deutlich gemacht, dass er nicht damit rechnet, dass das vor Monaten geschlossene Handelsabkommen zwischen der EU und den USA ratifiziert wird. „Ich glaube nicht, dass in dieser aktuellen Situation diese Vereinbarung möglich ist“, sagte Wadephul im Bericht aus Berlin.
Die EU und die USA hatten bereits im vergangenen Jahr im Zollkonflikt eine Verständigung erzielt, der das EU-Parlament noch zustimmen muss. Eigentlich war dies in der kommenden Woche geplant. Mit den nun angedrohten zusätzlichen Zöllen wegen des Grönland-Konflikts, ist nun aber offen, ob diese Vereinbarung umgesetzt wird.
Wadephul: Selbstverständlich eine europäische Antwort
Dies sei die Entscheidung des Europaparlaments, betonte Wadephul. „Was ich an Einschätzung wiedergeben kann, ist, dass ich sehr skeptisch bin, dass das jetzt gelingen kann.“ Wenn die Vereinigten Staaten ernsthaft erwägen sollten, weitere Maßnahmen zu ergreifen, dann werde es dazu selbstverständlich eine europäische Antwort geben müssen.
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder sein Interesse an Grönland deutlich gemacht – entweder durch Kauf oder militärische Gewalt. Am Samstag kündigte er neue Zölle für Deutschland und sieben weitere europäische Staaten an, bis ein Abkommen über Grönland erzielt wird.
Wadephul bekräftigte im Bericht aus Berlin die Solidarität mit Grönland. „Die Souveränität des Königreichs Dänemark und die Unabhängigkeit Grönlands stehen fest“, so Wadephul. „Über die Zukunft Grönlands entscheiden die Grönländerinnen und Grönländer.“ Wenn es um weitere territoriale Fragen gehe, sei das Königreich Dänemark gefragt. „Alle Europäer stehen hier solidarisch an der Seite Dänemarks und Grönlands.“
Wadephul: Kein Zweifel an Zusammenhalt der NATO
Wadephul sieht aber keine Auswirkungen auf den militärischen Zusammenhalt der NATO. „Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass die Vereinigten Staaten von Amerika voll und ganz zum Bündnis, zur NATO stehen und auch zur Verteidigung Europas“, sagte der CDU-Politiker.
„Das hat niemand bisher in Washington in Zweifel gezogen.“ In Europa solle man nicht solche Fragen andiskutieren, sondern gemeinsam an einem starken Bündnis arbeiten.