Standdatum: 18. Januar 2026.
Autorinnen und Autoren:
Wolfgang Loock
Die Chefärzte Emile Rijcken, Martin Sommerauer und Ali Ebriba haben einen neuen Kollegen: OP-Roboter DaVinci.
Bild: Ev. Diakonie-Krankenhaus gemeinnützige GmbH
Statt nur mit Operationsbesteck hantieren die Chirurgen nun auch mit Joysticks. Allein operieren kann DaVinci noch nicht – die Arbeit soll der Roboter anders erleichtern.
Im OP-Saal 14 im Bremer Diako-Krankenhaus steht er: DaVinci, ein Operationsroboter, der nach Angaben des Diako nicht weniger als ein neues Kapitel in der minimalinvasiven Chirurgie aufschlägt. Das Ziel dabei: Es soll möglichst wenig Gewebe verletzt werden. Neben dem Technikwagen mit Monitor für die Kameras und allem, was man für so eine OP braucht, steht der sogenannte Patientenwagen. An diesem etwa zwei Meter hohen Turm sind vier große beige Roboterarme befestigt.
DaVinci ermöglicht es, ganz genau hinzuschauen.
Bild: Ev. Diakonie-Krankenhaus gemeinnützige GmbH
Emile Rijcken, Chefarzt der Chirurgie im Diako Bremen, sitzt auf einem Stuhl in einer Konsole direkt daneben. Seine Daumen und Mittelfinger halten zwei Joysticks, mit dem Zeigefinger bedient er die Knöpfe und steuert den Roboter.
Die Bewegungen werden direkt auf die Arme des Patientenwagens übertragen, woran die Instrumente gekoppelt sind. Neben den Joysticks gibt es noch eine Fußpedalserie. Mit DaVinci lässt sich so einiges an Instrumenten steuern, sodass der Operateur „wie ein Organist arbeitet, mit Händen und Füßen permanent“, erklärt Rijcken.
Nach einer OP schneller nach Hause
Eine 3D-Kamera liefert ein hochauflösendes Bild des Operationsfeldes auf den Monitor. Ohne Zittern und millimetergenau kontrolliert bewegen sich die robotischen Instrumente in Echtzeit. Für Rijcken ermöglicht das einen genaueren Blick auf das Operationsfeld: „Er kann also auch empfindliche Strukturen wie zum Beispiel Nerven oder Harnleiter besser erkennen, auch in schwierigen entzündlichen Situationen.“ Auch das Nähen im Körper fällt damit leichter.
Gerade bei urologischen Eingriffen, wo DaVinci im Diako auch eingesetzt werden soll, ist das System ein enormer Vorteil, erklärt Martin Sommerauer, Chefarzt der Urologie: „Ich habe den Faktor, dass ich meine Instrumente auch in ungewöhnlichen Winkeln bewegen kann und dadurch sehr genau einzelne Gewebsschichten durchtrennen, aber auch wieder zusammenbringen kann.“ Patienten werden schneller wieder gesund, denn sie werden schonender operiert.
Das führt dazu, dass sie schneller mobil sind, weniger Schmerzen haben, geringeren Blutverlust und auch schneller das Krankenhaus wieder verlassen können.
Martin Sommerauer, Chefarzt der Urologie am Diako-Krankenhaus
Der Operateur steht – anders als bei einer herkömmlichen OP – nicht am Behandlungstisch, sondern sitzt an einer Konsole. Darin sieht Rijcken einen weiteren Vorteil: „Er kann sich besser konzentrieren – und das kommt natürlich auch indirekt den Patienten zugute.“
Erste Operationen nach langer Vorbereitung
Nach monatelangen Lehrgängen, Trainings und Simulationen fanden Anfang des Monats die ersten beiden Operationen im Diako mit DaVinci statt. Immer dabei ist ein erfahrener Operateur. Die Ausbildung wird sehr eng begleitet.
Sommerauer freut sich über die Arbeit mit dem Roboter: „Es ist eine Herausforderung, definitiv. Aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr kommt auch das Gefühl der Sicherheit. Es ist schon so, dass es Freude bereitet.“
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Quelle:
buten un binnen.
Dieses Thema im Programm:
Bremen Zwei, Der Morgen, 7. Januar 2026, 7:35 Uhr

