Nach der Ablehnung ihrer Bewerbung als Intendantin für das Brandenburger Theater, übt Schauspielerin Anna Loos (55) Kritik am Vorgehen der Verantwortlichen. Vor wenigen Tagen entschied der Aufsichtsrat, dass er die vakante Intendantenstelle vorerst nicht neu besetzt und die Entscheidung vertagt.
Loos erklärte: „Das Theater ähnelt einem sinkenden Schiff, und ein Kurswechsel ist dringend notwendig.“ Es sei nicht gelungen, die wachsende Krise des Brandenburger Theaters zu beenden. „Das Haus braucht keine weiteren Interimslösungen, es braucht eine ernstzunehmende Intendanz mit einer starken künstlerischen Vision und vollkommen neue Impulse“, so Loos. Sie hält diesen Weg für „für kraftlos und mutlos“.
Loos will Bewerbung aufrechterhalten
Nach der jetzigen Entscheidung des Theaters gegen eine personelle Neuaufstellung schrieb sie: „Und ich möchte hiermit erklären, dass ich meine Bewerbung um die Intendanz des Brandenburger Theaters aufrechterhalte.“ Die Schauspielerin hatte sich Ende 2025 offiziell um die Intendanz beworben. Sie hatte das Ziel genannt, künftig ein festes Schauspiel-Ensemble aufbauen und das Theater weiter entwickeln zu wollen. Loos: „Ich bin in der Stadt Brandenburg an der Havel aufgewachsen. Das Brandenburger Theater war meine Heimat. Ich habe es kennengelernt, als es noch ein echtes Vierspartenhaus war. Ich kenne seine Geschichte, seine Bedeutung für die Stadt und ihre Menschen – und auch seinen Niedergang.“

Anna Loos und jan Josef Liefers sind seit 2004 verheiratet, das Paar hat zwei Töchter
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Der Aufsichtsrat des Theaters beschloss, die leitende Dramaturgin des Theaters, Carola Söllner, bis zum Ende der Spielzeit 2026/2027 als Künstlerische Leiterin zu berufen. Der frühere Intendant Alexander Busche hatte das Haus im vergangenen Sommer verlassen. Loos sprach von einem mutlosen Vorgehen: „Es ist eine Entscheidung für die Verwaltung des Status quo, nicht eine für die Zukunft.“
Ärger über Aussagen der Schauspielerin
Es sollen zahlreiche andere Bewerbungen eingegangen sein, obwohl die Stelle nicht ausgeschrieben war. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, die Verantwortlichen der Stadt hätten sich über vorherige Aussagen der Schauspielerin zum Theater geärgert. Anna Loos hatte der dpa gesagt: „Die Situation des Theaters hat sich kontinuierlich verschlechtert. Es werden zu wenige Tickets verkauft, es wird zu wenig Programm angeboten, das Theater verliert zunehmend sein Publikum, und die Lichter sind häufiger aus als an.“
Loos will Gespräch suchen
Nun will Loos mit den Verantwortlichen sprechen. „Kein Mitglied des Aufsichtsrates hat sich übrigens bisher mir gegenüber geäußert, deshalb werde ich meinerseits das Gespräch suchen. Das Theater ist ein öffentlicher Ort, finanziert mit öffentlichem Geld. Transparenz ist geboten.“