Lange Schlangen bildeten sich am Samstagabend vor dem Rheinriff auf dem Areal Böhler. Denn der Nachtmarkt „Nachtyard“ feierte dort seinen Neustart in angesagter Location mit bewährtem Konzept: ein Mix aus Flohmarkt, Streetfood-Angebot, Handmade-Produkten und Musik.

Die Absage der Dezemberausgabe am vorherigen Standort auf dem Gelände des Blumengroßmarktes in Derendorf hatte vor allem viele Ausstellende und Händler kalt erwischt, die vor Weihnachten noch einmal hofften, ein Geschäft machen zu können. Die Gründe für das Aus sind vage. Von Seiten der Veranstalter wird auf die problematische Situation mit fehlenden Parkmöglichkeiten aufgrund der Baustelle auf verwiesen.

Im Rheinriff fand der Nachtyard nun einen neuen Standort. Ob er sich dort auf Dauer halten wird – geplant ist das Event einmal pro Monat stattfinden zu lassen – wird sich noch zeigen müssen. Denn anders als zuvor müssen Besuchende über 18 Jahren sieben Euro Eintritt zahlen. Dafür bekommen sie allerdings ein Getränk frei. Für viele, die zur Premiere am Samstag nach Lörick kamen, war das okay. „Wäre kein Getränk enthalten, fände ich den Preis ganz schön frech“, sagte Melanie Tudoris dazu. „Ich war wirklich enttäuscht, dass der Nachtyard im Dezember so kurzfristig abgesagt worden ist“, bedauerte sie und damit war sie nicht allein. Einige der Ausstellenden, wie Künstlerin Sigrid Busch, die ihr „Silbergedöns“ gern dort vorgestellt hätte, sahen es ähnlich. „Ich verarbeite Silberbesteck und Tortenheber zu Schmuck“, erzählt die Derendorferin. „Weil es vor Weihnachten mit dem Nachtyard und mir nicht geklappt hat, freue ich mich um so mehr, jetzt im Rheinriff dabei sein zu können.“

Samira und Ben, die regelmäßig auf Floh- und Kunstmärkten unterwegs sind, fanden, „dass die Leute hier hipper sind als bei den vorherigen Ausgaben des Nachtyards“. Auch diese Meinung wurde von einigen der Händlerinnen geteilt. Sie glaubten, das läge an der Location, die besonders bei jungen Leuten bekannt und angesagt ist. Denn am Samstag konnten auch der Indoor-Beachvolleyball-Bereich und die künstliche Surfwelle genutzt werden.

„Anfangs fand ich den Chlorgeruch in der Luft vom Surfbecken etwas gewöhnungsbedürftig“, meinte Besucherin Nadja und ihre Freundin Marie stimmte zu. Die beiden hatten es sich in einem der diversen Chillbereiche mit einem Cocktail gemütlich gemacht. Auf die Frage, was sie besonders interessiert, sagten sie: „Wir sind gar nicht so sehr wegen der Klamotten da. Wir sind öfter im Rheinriff und mögen die Atmo hier.“

Anreise und Parkplatzsituation am neuen Standort bewerteten die meisten positiv, ebenso den bewährten Mix aus Flohmarkt, der überwiegend Bekleidung anbietet, und Kunst – wie beispielsweise ein Live-Zeichner oder Daniela Hermann, die regelmäßig bei The Clay Company in der Schinkelstraße töpfert und nun den Schritt wagt, ihre Keramikprodukte auf Märkten anzubieten.

Einen kleinen Kritikpunkt hatten Melanie Tudoris und ihre Begleitung dann aber doch: „Stellenweise ist es ganz schön eng, wenn es so voll wie gerade ist“, resümierten die beiden. Da sahen nicht nur sie Verbesserungspotenzial.

Termin Der nächste Nachtyard öffnet am 21. Februar im Rheinriff auf dem Areal Böhler seine Pforten. Beginn: 18 Uhr. Alle Infos und Tickets unter: www.nachtyard.de