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18.01.2026
Gleich achtfach war die deutsche Oscar-Hoffnung „In die Sonne schauen“ für den diesjährigen European Film Award nominiert – genau wie das norwegische Drama „Sentimental Value“, das sich am Samstag einen Großteil der umkämpften Trophäen sichern konnte. Immerhin zwei Auszeichnungen können Kreative aus der Bundesrepublik für sich beanspruchen.
Bei den European Film Awards handelt es sich um die jährliche Auszeichnung der European Film Academy (EFA), die als einer der wichtigsten Filmpreise des Kontinents gelten. Sie wurden 1988 ins Leben gerufen, um die Vielfalt und künstlerische Qualität des europäischen Kinos gegenüber des dominanten US-Markts sichtbar zu machen und international zu fördern.
Die EFA mit Sitz in Berlin richtet die dazugehörige Veranstaltung in Zusammenarbeit mit wechselnden Gastgeberstädten aus, sodass die Ausgabe im letzten Jahr in Luzern (Schweiz) stattfand und es 2027 ins griechische Athen geht.
Zur 38. Ausgabe diente am vergangenen Samstag jedoch einmal mehr die deutsche Hauptstadt als Austragungsort; genauer das Haus der Kulturen der Welt direkt am Spreeufer.
Sechs Awards für „Sentimental Value“
Mit neun Nominierungen durfte sich das spanisch-französisch produzierte Drama „Sirāt“ vorab die größten Hoffnungen auf einen Preissegen machen; mit acht Nominierungen folgten „In die Sonne schauen“ und „Sentimental Value“.
Immerhin sechsfach nominiert war zudem die schwarze Komödie „Bugonia“ des griechischen Starregisseurs Yorgos Lanthimos, die in England produziert wurde.
Immerhin zwei der vier Filme räumten bei den diesjährigen European Film Awards vielfach ab: Sechs Trophäen gehen an „Sentimental Value“, darunter die für den Besten Europäischen Film, die beste Regie (Joachim Trier) sowie der männliche und weibliche Darstellerpreis (Stellan Skarsgård und Renate Reinsve).
„Sentimental Values“, im norwegischen Original „Affeksjonsverdi“, dreht sich um die Schwestern Nora und Agnes, die nach dem Tod ihrer Mutter ihrem lange entfremdeten Vater Gustav, einem alternden Filmemacher, begegnen. Verletzungen und ungelöste Konflikte stehen der Sehnsucht nach Verbindung gegenüber, während die Familie versucht, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.
Torsten Witte für „Bugonia“ geehrt
Mit fünf Auszeichnungen in technischen Kategorien bringt es auch „Sirāt“ auf eine stolze Ausbeute. Für „In die Sonne schauen“, der international als „Sound of Falling“ vermarktet wird, blieb so lediglich ein einziger European Film Award, der das Kostümdesign von Sabrina Krämer würdigt.

Versammelte Cast- und Crewmitglieder von „In die Sonne schauen“ (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)
Darüber hinaus geht der Preis für den besten Make-up & Hair Artist an den Deutschen Torsten Witte, der diese Aufgabe für „Bugonia“ übernommen hat.
„In die Sonne schauen“ von Regisseurin Mascha Schilinski darf sich dennoch Hoffnung auf weitere Preise machen: Der Film wurde als deutscher Beitrag für den besten internationalen Spielfilm bei den 98. Academy Awards ausgewählt und schaffte es somit auf die Shortlist.
Die letztlichen Nominierungen für die kommenden Oscars werden am Donnerstag, 22. Januar enthüllt.