Sie sind noch gar nicht unterwegs, aber das Land hat schon mal nachbestellt: 26 weitere Doppelstockzüge des Herstellers Alstom sollen im Jahr 2028 an die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg geliefert werden – zusätzlich zu den 130, deren Lieferung schon 2022 vereinbart wurde. „Rund drei Milliarden Euro investieren wir insgesamt für 156 hochmoderne und komfortable Coradia-Max-Züge“, wird dazu der Landesverkehrsminister Winfried Hermann in einer Mitteilung zitiert.
Im Einsatz bis zum Bodensee
Für den Bodensee ist diese Bestellung interessant, weil die ersten Coradia-Max-Züge demnach ab Ende 2026 im Stuttgart-Bodensee-Netz eingesetzt werden, auf dem DB Regio und Arverio jeweils Teilnetze betreiben. Sobald Stuttgart 21 in Betrieb ist, sollen die Züge damit auf der Linie RE1 zwischen Friedrichshafen und Karlsruhe unterwegs sein. „Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h sorgt der Coradia Max für Baden-Württemberg für das schnellste Reiseerlebnis im deutschen Regionalverkehr“, heißt es vom Verkehrsministerium. Da auf den meisten Strecken für den Regionalverkehr allerdings eine Beschränkung gilt, werden die Züge diese Höchstgeschwindigkeit wohl nur auf der Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm ausfahren können, sagt auf Nachfrage Ministeriumssprecher Benjamin Hechler. Die Bahn hatte in der Vergangenheit mit Fahrtzeitverkürzungen zwischen Friedrichshafen und Stuttgart geworben.
Abseits der Höchstgeschwindigkeit kündigt das Verkehrsministerium durch die neuen Züge mehr Kapazität und Komfort für die Fahrgäste an. Es wird mit „Loungebereichen sowie Konferenz- und Familienabteilen“ geworben, zudem gebe es „leistungsfähige Klimaanlagen, kostenloses WLAN, Lademöglichkeiten für Handys und Laptops sowie Leselampen“. Zunächst sollen die neuen Zugmodelle laut Hechler wohl auf der Strecke des MEX13 zwischen Aalen, Stuttgart und Tübingen eingesetzt werden.
Es hängt an Stuttgart 21
Wann die Züge auf der Südbahn und bis nach Karlsruhe unterwegs sein werden, lasse sich allerdings noch nicht sagen, nach der Verschiebung der Eröffnung von Stuttgart 21 aber wohl nicht Ende dieses Jahres. Ein neues Eröffnungsdatum soll Mitte des Jahres verkündet werden, hatte es zuletzt von der Bahn geheißen. „Wir können noch nicht alles vorhersagen“, sagt daher Ministeriumssprecher Hechler. Aber er bekräftigt, dass die neuen Züge direkt auf der dann entstehenden Linie bis nach Karlsruhe eingesetzt werden sollen. Da die neuen Fahrzeuge in den Farben Weiß-Gelb-Schwarz unterwegs sein werden, dürfen sich die Fahrgäste auf der Südbahn dann von den gewohnten roten Regionalzügen verabschieden.
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Simon Conrads
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