Rabobank-Analysten finden es „gut und richtig“, dass sich Europa im Konflikt mit den USA um Grönland wehren will – aber: „Wirksamer Widerstand braucht entsprechende Mittel und die hat Europa nicht“, schreiben sie in einem Kommentar. Die Analysten machen ihre Einschätzung an drei Punkten fest: Zahlungsverkehr, Energie, Verteidigung. „Ein Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB), der im Februar vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, stellte fest, dass 61 Prozent aller Kartenzahlungen in Europa über internationale (sprich: US-amerikanische) Kartensysteme abgewickelt werden. Dreizehn EU-Länder seien bei der elektronischen Zahlungsabwicklung ausschließlich auf internationale Anbieter wie Visa, Mastercard und Apple Pay angewiesen“, resümieren sie.
Zweitens sei Europa seit Beginn des Krieges in der Ukraine in dem Versuch, sich von russischen Lieferungen zu lösen, abhängig von amerikanischer Energie geworden. „Schon vor dem Krieg hing Europa vom Eurodollar-Markt für Kapital und vom amerikanischen Verbraucher für Exporteinnahmen ab, da Deflation und staatlicher Merkantilismus in China diese Alternative geschmälert hatten.“ Drittens bleibe die EU im Rahmen der Nato ein US-Garnisonsstaat mit bedeutenden US-Stützpunkten in den Niederlanden, Deutschland, Spanien, Italien, Polen, Belgien, Portugal, Griechenland und Norwegen.
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January 19, 2026 02:25 ET (07:25 GMT)