Auf diesen Moment hatte sich Adrian Knopp wochenlang gefreut. Zehn Wochen lang, um genau zu sein, denn so lange betrug die Bauzeit für die neue Pumptrack-Anlage am Franz-Rennefeld-Weg in Lichtenbroich. Der elfjährige Adrian ist deutscher Pumptrack Vizemeister und Gesamtsieger der deutschen Pumptrack-Serie in seiner Altersklasse.

Nun also stand Adrian auf dem höchsten Punkt der Anlage, dort wo zwei grüne Pfeile auf dem schwarzen Bodenbelag den Einstieg in den 82 Meter langen Rundkurs markieren. Ohne in die Pedale zu treten, sauste Adrian in neun Sekunden einmal um den Kurs. „Die Anlage hier ist die anspruchsvollste der drei Pumptrack-Anlagen in Düsseldorf, weil sie auch Links-rechts-Kurvenkombinationen besitzt und man also die Kurvenfahrten zu beiden Seiten hin üben kann“, urteilte Adrian. „Für einen, der so wie ich Rennen fährt, ist es die beste Gelegenheit, zu trainieren.“ Beim Pumptrack-Fahren ist es untersagt, auf der Strecke in die Pedale zu treten. Geschwindigkeit wird einzig durch das sogenannte Pumpen auf den abschüssigen Streckenteilen erzielt.

Doch im Alltagsbetrieb ist es auf dem Kurs direkt neben der von der SG Unterrath genutzten Bezirkssportanlage durchaus erlaubt, die Beschleunigung mithilfe der Pedale zu erzeugen, denn nicht nur Pumptrack-Bikes sind zugelassen –und auch nicht nur die Cracks in den verschiedenen Radsportdisziplinen. „Mit der neuen Pumptrack-Anlage in Lichtenbroich wird dieses immer beliebter werdende Freizeitangebot für Radfahrer und Rollsportler in der Landeshauptstadt weiter ausgebaut“, erklärte Oberbürgermeister Stephan Keller bei der Eröffnung der Anlage. „Auf Pumptracks lernen Kinder und Jugendliche spielerisch, ihr Fahrrad sicher zu beherrschen. Balance, Koordination und vorausschauendes Fahren werden gefördert – alles wichtige Grundlagen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.“ Die Anlage werde zwar vom Verein für Geländeradsport (VfG) betreut, sei aber öffentlich und von jedermann kostenfrei nutzbar. „Es ist ein Angebot für Klein und Groß außerhalb des Vereinssports und eine tolle Bereicherung des Sportangebotes im Stadtbezirk 6“, sagte Keller.

Im Stadtbezirk 6 gibt es bereits seit 2018 eine Pumptrack-Anlage an der Sankt-Franziskus-Straße. Diese Anlage erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit und hat sich als Bereicherung der Sport- und Freizeitinfrastruktur erwiesen. Dies zeigen die dokumentierten Nutzerzahlen: Seit der Eröffnung im Oktober 2018 hat eine dort eingebaute Messschleife bis heute fast 1,9 Millionen gefahrene Runden ermittelt. Aufgrund dieses Erfolgs hat die Bezirksvertretung 6 entschieden, eine weitere Anlage in ihrem Stadtbezirk zu finanzieren und das Sportangebot auszubauen. „Ich bin stolz auf dieses Projekt. Die Entwicklung haben wir über Jahre begleitet und über die Zeit in der Bezirksvertretung 250.000 Euro zur Seite gelegt, damit die Anlage gebaut werden konnte“, freute sich Bezirksbürgermeisterin Birgit Schentek. „Wir brauchen auch solche öffentlichen Sportangebote außerhalb der Vereine. In unserem Stadtbezirk leben auch Menschen, die andere Sportangebote, die Geld kosten, nicht nutzen können.“

Für Maximilian Eisenmann, Dirt-Biker, Freerider und Trainer beim VfG, ist klar: „Ich werde mit meinen Gruppen öfter hier hinkommen. Es ist etwas Neues, da fährt man gerne hin, weil es auch Abwechslung ins Trainingsgeschehen bringt.“ Um eben auch den Dirt-Bikern und Freeridern eine weitere Trainingsmöglichkeit zu bieten, haben die Streckenplaner, zu denen auch Adrians Vater Sebastian zählt, extra eine steile Rampe eingebaut. So sind hohe und weite Sprünge auf dem Rad möglich. „Die Rampe ist optimal geeignet, um mit dem Springen anzufangen und Sprünge zu trainieren“, lobte Eisenmann.

Adrian will seine Bestzeit auf dem Rundkurs nun noch auf deutlich unter neun Sekunden bringen. Und: „Vielleicht können wir bei der Deutschen Meisterschaft in diesem Jahr das Vize bei Adrians Titel streichen“, sagte sein Vater.