XXL-Sanierung steht an
Wird die Hackerbrücke bald autofrei?
Aktualisiert am 19.01.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Junge Menschen genießen den Sonnenuntergang auf der Hackerbrücke (Archivbild). Ab 2027 soll die Brücke aufwendig saniert werden. (Quelle: IMAGO/Michael Nguyen/imago)
Bis zu 50 Millionen Euro kostet die Instandsetzung der Hackerbrücke. Während der Bauzeit wird getestet, ob es die Brücke für den Autoverkehr überhaupt noch braucht.
Die Stadt München investiert bis zu 50 Millionen Euro in die Sanierung der Hackerbrücke – und stellt dabei eine zentrale Frage: Wird die markante Stahlkonstruktion künftig dauerhaft für den Autoverkehr gesperrt? Am Dienstag hat der Bauausschuss einstimmig den Weg für die Instandsetzung freigemacht. Der Start ist für Mitte 2027 vorgesehen. Die Arbeiten sollen rund drei Jahre dauern.
Der konkrete Baubeginn sei aber noch von den Arbeiten der Bahn am Milliardenprojekt zweite S-Bahn-Stammstrecke abhängig. Denn während der Instandsetzung der Brücke soll laut Stadtverwaltung auch die S-Bahnhaltestelle Hackerbrücke umgebaut und erweitert werden.
Die Brücke zwischen Arnulfstraße und Landsberger Straße gilt als eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt – nicht nur wegen ihrer Geschichte, sondern auch, weil sie sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Aufenthaltsort entwickelt hat. Besonders abends, wenn sich dort Menschen auf den Stahlstreben versammeln, um den Sonnenuntergang zu sehen, gehört sie zu den lebendigsten Orten der Stadt. Jedes Jahr zum Oktoberfest nutzen auch Tausende Besucher die Hackerbrücke, um von der S-Bahnstation auf die Theresienwiese zu gelangen.
Die Substanz allerdings ist marode. Das Baureferat nennt Risse, Korrosion an Betonstahl sowie Betonabplatzungen. Die Tragfähigkeit wurde bereits auf 18 Tonnen begrenzt. Ziel der Sanierung ist es, die Brücke wieder auf 30 Tonnen zu ertüchtigen – damit könnten künftig auch Feuerwehrfahrzeuge oder Linienbusse die Querung nutzen.
Die Umsetzung übernimmt die Bahn-Tochter DB Infrago. Voraussetzung ist allerdings, dass der Bau der zweiten Stammstrecke planmäßig verläuft. Kommt es dort zu Verzögerungen, verschiebt sich auch die Sanierung.
Damit Pendler und Wiesn-Besucher dennoch die 26 Gleise in Richtung Hauptbahnhof überqueren können, will das Baureferat der Stadt die beiden Brückenhälften nacheinander instand setzen. Fußgänger und Radfahrer sollen die Hackerbrücke so weiter passieren können. Autofahrer müssen dagegen einen Umweg über die Donnersbergerbrücke oder durch die Paul-Heyse-Unterführung in Kauf nehmen.
Die Bauzeit soll laut Beschlussvorlage als Testphase dienen: Der Verkehr auf und um die Brücke wird beobachtet, um herauszufinden, ob eine dauerhafte Sperrung für Autos vertretbar wäre. Noch ist nichts entschieden. Doch aus der Beschlussvorlage geht hervor, dass die Stadt gezielt sogenannte Verkehrsverlagerungspotenziale untersuchen will. Die Ergebnisse dieses Beobachtungszeitraums sollen in die spätere Entscheidung einfließen.
