Mit dem Aufstieg in die Bundesliga sorgte der FC Augsburg 2011 endgültig für einen Vermerk auf der Fußball-Landkarte Deutschlands. Doch auch zuvor hatte der Fußball in Augsburg einen hohen Stellenwert. Einige Fußballer aus Augsburg schafften den Sprung in die Bundesliga schon vor dem FCA. Und manche machten sich von der Fuggerstadt aus sogar zu einer Weltkarriere auf. Wir werfen einen Blick auf die bekanntesten Fußballer aus Augsburg.

Helmut Haller: Ein „Hallerluja“ für die Fuggerstadt

Helmut Haller ist einer der bekanntesten Söhne Augsburgs – und ohne jeden Zweifel der beste Fußballer, den die Stadt je hervorgebracht hat. Geboren am 21. Juli 1939 in Augsburg, wuchs Haller im Stadtteil Oberhausen auf. Ende der 1950er-Jahre entwickelte sich der Mittelfeldspieler beim BC Augsburg, dem Vorgängerklub des FC Augsburg, zu einem der populärsten Fußballer Deutschlands, wie die Stadt Augsburg auf ihrer Website zurückblickt. Während dieser Zeit erhielt er den Spitznamen „Hemad“ (ein schwäbischer Ausdruck für Hemd), der auf seine Statur zurückging. 1958 absolvierte der schmächtige junge Mann sein erstes Länderspiel für Deutschland.

1962 wechselte Haller zum FC Bologna – und fand in Italien eine zweite Heimat. 1964 wurde „Il Biondo“ (der Blonde), wie sie ihn in der italienischen Universitätsstadt nannten, mit Bologna italienischer Meister und als erster ausländischer Spieler zu Italiens Fußballer des Jahres ernannt. Den Erfolg der italienischen Meisterschaft konnte er 1972 und 1973 im Trikot von Juventus Turin wiederholen. Im Sommer 1973 folgte die Rückkehr in seine Heimatstadt, wie einem Porträt auf der FCA-Website zu entnehmen ist. Eines seiner größten Momente hatte er da längst erlebt: Im Finale der WM 1966 hatte Haller die deutsche Nationalmannschaft in London mit 1:0 gegen England in Führung geschossen. Zum Weltmeistertitel reichte es letztlich aber nicht, die Engländer drehten die Partie und gewannen mit 4:2 – auch dank des legendären Wembley-Tores.

Zurück in Augsburg trat Haller eine womöglich nie dagewesene Fußball-Euphorie los. Laut Angaben des FCA strömten in der Saison 1973/74 fast 500.000 Zuschauer ins Rosenaustadion, um ihren „Hemad“ spielen zu sehen. Haller führte den FC Augsburg zur Meisterschaft in der Regionalliga, zum Bundesliga-Aufstieg reichte es in der Folge aber nicht. Der Augsburger ging daher als einer der wenigen deutschen Nationalspieler in die Geschichte ein, die nie in der Bundesliga kickten. „Er war definitiv einer der besten Mitspieler, die ich je hatte. Der Ball klebte ihm am Fuß, wie er es haben wollte“, sagte Franz Beckenbauer einst über den Edeltechniker, wie auf der FCA-Website nachzulesen ist.

Nach dem Karriereende 1979 engagierte sich Haller unter anderem als FCA-Vizepräsident. 2006 erlitt er einen Herzinfarkt, am 11. Oktober 2012 starb er im Alter von 73 Jahren in seiner Heimatstadt Augsburg. Vor der WWK-Arena erinnert heute eine Bronzestatue an den besten Fußballer aus Augsburg und das „Hallerluja“ wird unter den FCA-Fans weiterhin gelebt.

Wer sind die bekanntesten Fußballer aus Augsburg?

Als Haller 1958 zur deutschen Nationalmannschaft stieß, spielte in dieser bereits ein anderer Augsburger: Ulrich „Uli“ Biesinger. Wie auch Haller wuchs der Stürmer im Stadtteil Oberhausen auf, wie die Stadt Augsburg auf ihrer Website informiert. Trotz lukrativer Angebote blieb er dem BC Augsburg lange treu. 1954 wurde er in das Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft berufen, das in der Schweiz das „Wunder von Bern“ vollbrachte. Ein Weltmeister aus Augsburg also, der bei der WM 1954 als jüngster deutscher Spieler im Kader allerdings nicht zum Einsatz kam. Sein Debüt für das DFB-Team feierte Biesinger wenige Wochen nach dem Finale gegen Ungarn. Nach Biesingers Tod 2011 benannte der FC Augsburg seine Stehplatztribüne in „Ulrich-Biesinger-Tribüne“ um.

Biesinger spielte, genau wie Haller, nie in der Bundesliga. Anders verhält es sich mit einer anderen Fußball-Legende aus Augsburg: Bernd Schuster. Am 22. Dezember 1959 in Augsburg geboren, kickte Schuster für die SV Hammerschmiede, ehe 1976 der Wechsel zum FC Augsburg folgte. Zwei Jahre später ging Schuster zum 1. FC Köln und feierte dort sein Bundesliga-Debüt, wie einem Rückblick des BR zu entnehmen ist. 1979 gab Schuster sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft, 1980 wechselte er zum FC Barcelona. In Katalonien blieb er acht Jahre, ehe er zu Barcelonas Erzrivalen Real Madrid ging. Schuster ist damit einer der wenigen Spieler, die sowohl für den FC Barcelona als auch für Real Madrid spielten. In Spanien feierte der „blonde Engel“ drei Meisterschaften und sechs Pokalsiege. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Schuster 1980 Europameister. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er bis 2019 als Trainer, unter anderem für den 1. FC Köln und Real Madrid.

Weltmeister wurden auch die Augsburger Fußballer Raimond Aumann und Karl-Heinz Riedle. Aumann spielte laut BR in der Jugend für Stadtwerke Augsburg, den FC Augsburg und den FC Bayern und wurde in der Folge zum Stammtorhüter der Münchner. Bei der WM 1990 befand er sich im deutschen Aufgebot und gewann den WM-Titel, kam allerdings nicht zum Einsatz. Anders verhielt es sich bei Riedle, der zusammen mit Aumann Weltmeister wurde und bei der WM 1990 zu vier Einsätzen kam. Riedle stammt zwar laut BR aus dem Allgäu, kam aber als Teenager zum FC Augsburg, ehe er seine Weltkarriere mit Stationen in Bremen, Rom, Dortmund, Liverpool und Fulham startete.

Armin Veh war als Spieler und Trainer für den FC Augsburg tätig. Der gebürtige Augsburger spielte für Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga und coachte den VfB Stuttgart 2007 zur deutschen Meisterschaft, wie der BR resümiert. Zwischen 1990 und 1995 sowie 2003 und 2004 trainierte Veh auch den FC Augsburg. Seine letzte Trainerstation endete 2016 bei Eintracht Frankfurt.

Der ebenfalls in der Fuggerstadt geborene Roland Grahammer spielte für den FC Augsburg, den 1. FC Nürnberg und den FC Bayern, bei dem er seine Karriere 1994 beendete. Ein weiterer gebürtiger Augsburger, Christian Hochstätter, wechselte 1982 vom FC Augsburg zu Borussia Mönchengladbach, wo er zur Vereinslegende wurde. Laut transfermarkt.de absolvierte er fast 400 Spiele für die Fohlen, nach seiner aktiven Karriere wurde er in Mönchengladbach Sportdirektor. Fritz Scherer spielte zwar nicht so erfolgreich Fußball wie Grahammer und Hochstätter, machte nach seiner Zeit beim BC Augsburg allerdings eine große Karriere als Funktionär. Von 1985 bis 1994 war Scherer Präsident des FC Bayern. Im März 2025 verstarb er im Alter von 85 Jahren.

Ach, ja: Auch Helmut Hallers Sohn Jürgen Haller schwang sich von Augsburg aus zum Fußballprofi auf. Er wurde 1961 in Augsburg geboren und spielte laut eines Berichts auf der FCA-Website für den FC Augsburg und in der Bundesliga für Blau-Weiß 90 Berlin. Seit dem Ende seiner aktiven Karriere trainiert Jürgen Haller Amateurklubs in und um Augsburg.

Die wohl größten Fußballer aus Augsburg auf einen Blick:

  • Helmut Haller: 1939 in Augsburg geboren, einer der besten Fußballer seiner Zeit, Torschütze im WM-Finale 1966, Italiens Fußballer des Jahres 1964, gestorben 2012 in Augsburg.
  • Jürgen Haller: 1961 als Sohn von Helmut Haller in Augsburg geboren, spielte beim FC Augsburg, Bundesliga-Spieler bei Blau-Weiß 90 Berlin, trainiert heute Amateurvereine.
  • Bernd Schuster: 1959 in Augsburg geboren, spielte für den FC Augsburg, einer der wenigen Spieler, die für den FC Barcelona und Real Madrid spielten, wurde mit Deutschland 1980 Europameister.
  • Ulrich Biesinger: 1933 in Augsburg geboren, blieb dem BC Augsburg lange trotz vieler Angebote treu, Teil des „Wunders von Bern“ (allerdings ohne Einsatz), die Stehplatztribüne in der WWK-Arena heißt heute „Ulrich-Biesinger-Tribüne“, starb 2011 in Augsburg.
  • Armin Veh: 1961 in Augsburg geboren, spielte für den FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach, Deutscher Meister als Trainer mit dem VfB Stuttgart 2007, trainierte zweimal den FCA.
  • Karl-Heinz Riedle: 1965 im Allgäu geboren, kam als Teenager zum FC Augsburg, Weltmeister 1990 mit vier Einsätzen bei der WM, spielte auch für Borussia Dortmund und den FC Liverpool.
  • Raimond Aumann: 1963 in Augsburg geboren, spielte in der Jugend des FC Augsburg, stand mehr als 200-mal für den FC Bayern im Tor, Weltmeister 1990, allerdings ohne Einsatz.
  • Roland Grahammer: 1963 in Augsburg geboren, spielte für den FC Augsburg, den 1. FC Nürnberg und den FC Bayern.
  • Christian Hochstätter: 1963 in Augsburg geboren, spielte für den FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach, zwei Länderspiele für Deutschland.
  • Fritz Scherer: 1940 in Augsburg geboren, spielte für den BC Augsburg, war von 1985 bis 1994 Präsident des FC Bayern, starb 2025 in München.

Auch interessant: Die Bundesligisten haben Torhymnen, die oft über einen langen Zeitraum nicht verändert werden. Außerdem ist die Auswärtsfahrer-Tabelle der Bundesliga 2025/26 spannend.

Welche aktuellen Fußball-Profis kommen aus Augsburg?

Auch aktuell sind einige Fußballer aus Augsburg im Profifußball unterwegs. Als Augsburger im weitesten Sinne kann man die FCA-Talente Mert Kömür und Noahkai Banks bezeichnen. Kömür wurde in Dachau geboren, wie der FCA auf seiner Website schreibt, und wechselte mit 14 Jahren in die Jugendakademie des FC Augsburg. Der Geburtsort von Banks ist Honolulu auf Hawaii, er wuchs allerdings in der Region auf und spielt seit seinem neunten Lebensjahr beim FCA.

Einige aktuelle Fußballer aus Augsburg:

  • Mert Kömür: 2005 in Dachau geboren, Shootingstar des FC Augsburg, Marktwert von 12 Millionen Euro (laut transfermarkt.de).
  • Noahkai Banks: 2006 in Honolulu geboren, Bundesliga-Debüt beim FC Augsburg mit 18 Jahren, US-amerikanischer Junioren-Nationalspieler, Marktwert von 10 Millionen Euro (laut transfermarkt.de).
  • Gabriel Vidovic: 2003 geboren in Augsburg, Jugendspieler beim FC Augsburg und FC Bayern, wechselte im Sommer 2025 zu Dinamo Zagreb.
  • Luca Sirch: 1999 geboren in Augsburg, in der Jugend beim FC Königsbrunn und dem FC Memmingen, spielt beim 1. FC Kaiserslautern.
  • Maurice Malone: 2000 geboren in Augsburg, zwei Spiele für den FC Augsburg, stürmt für Sturm Graz.
  • Fabio Gruber: 2002 geboren in Augsburg, durchlief die Jugendmannschaften des FCA, spielt beim 1. FC Nürnberg, absolvierte ein Länderspiel für Peru.
  • Jozo Stanic: 1999 geboren in Augsburg, Jugendspieler beim FC Augsburg, ein Spiel für den FCA, spielt beim FC St. Gallen.
  • Simon Asta: 2001 geboren in Augsburg, zwei Spiele für den FC Augsburg, steht beim 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag.
  • Ioannis Gelios: 1992 geboren in Augsburg, mehr als 100 Spiele für den FC Augsburg II, steht beim griechischen Zweitligisten PS Kalamata im Tor.

Übrigens: Der ERC Ingolstadt darf sich nicht offiziell „Panther“ nennen, obwohl der Klub den Beinamen schon vor den Augsburger Panthern hatte.

  • Lukas von Hoyer

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