Der Artikel über das Zeltlager am Helmholtzplatz beschreibt ein Dilemma, das viele Berlinerinnen und Berliner umtreibt – mich eingeschlossen. Ich empfinde großes Mitgefühl für Menschen, die auf der Straße leben. Viele sind psychisch krank, suchtkrank oder schwer belastet. Niemand entscheidet sich leichtfertig für dieses Leben.
Gleichzeitig merke ich, dass ich innerlich an eine Grenze komme. Öffentlicher Raum ist gemeinsamer Raum. Wenn Zeltlager dauerhaft bestehen, wenn aggressive Forderungen, Vermüllung oder Belästigungen Teil des Alltags werden, betrifft das andere: Anwohnerinnen und Anwohner, Familien, Kinder, Nachbarschaften. Auch das ist Realität.