„Uns bricht das Herz“

Porzellanhändler an der Kö schließt nach 205 Jahren

Aktualisiert am 19.01.2026 – 14:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Peter Franzen (r.) mit seinem Vater Hermann (Archivbild): Hermann Franzen verstarb im Jahr 2019,Vergrößern des Bildes

Peter Franzen (r.) mit seinem Vater Hermann (Archivbild): Hermann Franzen verstarb im Jahr 2019, (Quelle: Lars Heidrich)

Das Unternehmen stellt Ende Februar 2026 den Betrieb ein. Das Weihnachtsgeschäft läuft noch, danach startet der Ausverkauf.

Der Düsseldorfer Traditionshändler Franzen hat nach 205 Jahren Firmengeschichte das Ende seines Geschäfts an der Königsallee angekündigt. Wie Mitinhaber Peter Franzen mitteilte, schließt das Haus am 28. Februar 2026 endgültig. Der Räumungsverkauf hat bereits begonnen.

„Es bricht uns das Herz, insbesondere im Hinblick auf unsere großartigen, treuen Mitarbeiter. Aber aus wirtschaftlichen Gründen war diese Entscheidung alternativlos. Die so oft zitierte Konsumflaute, die aktuell deutschland-, europa- und weltweit herrscht, hat eine Fortführung des Geschäftsbetriebs wirtschaftlich verunmöglicht“, sagte Franzen auf Anfrage von t-online.

Das Unternehmen hat seine knapp 50 Beschäftigten in einer Betriebsversammlung über die Entscheidung informiert. Grund für das Aus seien deutlich gesunkene Umsätze. Ein Aufschwung im Sommer sei ausgeblieben, der Standort laufe nicht mehr profitabel. Bis zum Jahresende bleibe das Geschäft in Betrieb. Nach dem Weihnachtsgeschäft beginne ein großer Ausverkauf, um den Warenbestand von rund 20.000 Artikeln zu reduzieren.

Franzen gehört seit mehr als einem Jahrhundert zu den bekannten Häusern an der berühmten „Kö“. Franzens Urgroßeltern hatten das Geschäft laut der „Bild“-Zeitung im Jahr 1900 von einer anderen Familie übernommen. Diese hatte das Geschäft sogar schon 1820 gegründet. Das Sortiment reicht von Porzellan und Glas über Schmuck bis zu Wohnaccessoires. Auch Hotels und Firmen wurden über Jahrzehnte von Franzen ausgestattet.

Die Familie Franzen hatte das Gebäude im Jahr 2022 an einen Investor verkauft, der Kauf wurde nach einer Insolvenz jedoch rückabgewickelt. Pläne für einen kleineren Standort an der Schadowstraße konnten nicht umgesetzt werden. Wie es mit dem Unternehmen und dem Gebäude an der Königsallee weitergeht, ist derzeit offen.