Einen Blick auf die Person von Alexander von der Horst hat der Kirchenhistoriker Uwe Becker in Clarholz geworfen. 

Herzebrock-Clarholz (miw). Alexander von der Horst (1739 bis 1790) hat eine besondere Rolle übernommen. Er gehörte dem Clarholzer Prämonstratenserkonvent an und wurde – nach einigen Komplikationen – zum Abt des Prämonstratenserkonvents in Hamborn gewählt. Das beleuchtete Uwe Becker jüngst vor einem interessierten Publikum.

Historischer Vortrag

In der Aula der Clarholzer Wilbrandschule fand der historische Vortrag statt, in dem das Klosterleben der Prämonstratenser im 18. Jahrhundert im Mittelpunkt stand. Eingeladen hatten der Freundeskreis Propstei Clarholz und der Heimatverein.

Professor Dr. Johannes Meier, der zweite Vorsitzende des Freundeskreises, stellte den Referenten vor. Uwe Becker: Der Kirchenhistoriker und Theologe aus Duisburg war als Schüler an der Klosterschule in Duisburg-Hamborn und gehörte später fünf Jahre lang dem dortigen Prämonstratenserkonvent an.

Verbindung der Prämonstratenser

Uwe Becker arbeitet heute als Verwaltungsleiter im Bistum Essen, ist Koordinator im Pfarrentwicklungsprozess. Uwe Beckers Vortrag nahm die Verbindung der Prämonstratenser in Clarholz mit denen in Duisburg-Hamborn in den Blick. Dabei spielte Alexander von der Horst eine besondere Rolle.

Der Prämonstratenserorden, durch Norbert von Xanten im Jahr 1120 gegründet, verbreitete sich bald in ganz Europa. Clarholz war als Tochtergründung des Klosters Cappenberg eines der ersten Klöster in der Region. Die Abtei Hamborn wurde 1170 geweiht.

Hauptperson der Geschichte

„So sind die Prämonstratenserklöster in Clarholz und in Hamborn verwandtschaftlich gesehen Cousinen“, erklärte Uwe Becker. Abbildung eines verschollenen Gemäldes von Alexander von der Horst. Im Verlauf des Abends konzentrierte sich der Referent auf die Mitte des 18. Jahrhunderts und auf die Hauptperson der Geschichte, die sich wie ein Krimi anhört: „Alexander von der Horst, Nachkomme einer großen Adelsfamilie vom Niederrhein, wurde 1739 getauft, sein Bruder war Offizier in den spanischen Niederlanden. 1760 legte Alexander die Profess ab und gehörte damit zum Konvent in Clarholz.“ Zwei Brüder aus der Adelsfamilie van Oldeneel waren ebenfalls Prämonstratenser, der eine in Hamborn, der andere in Clarholz (dieser war später der letzte Propst des Klosters). Durch die beiden kam wohl der Vorschlag zustande, Alexander von der Horst zum neuen Abt des Klosters Hamborn wählen zu lassen.

Hin und Her

In den Jahren 1782/83 wurde Alexander von der Horst zunächst gewählt, dann auf Betreiben eines Konkurrenten die Wahl annulliert, dann in einer Neuwahl wiederum bestätigt.

Bis zu seinem Tode 1790 im Amt ließ er neue Wirtschaftsgebäude errichten. In Folge der Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons änderte sich dann alles: Nach der Besetzung des Rheinlands durch französische Truppen ließ die von Napoleon eingesetzte Regierung auch dieses Kloster wie nahezu alle anderen aufheben („Säkularisation“). Erst am 24. August 1959 wurde das neue Kloster der Prämonstratenser in Hamborn gegründet. Mit einer Info am Rande beendete Uwe Becker seinen Vortrag: „Das Familienwappen, das Alexander von der Horst führte, wurde bis zur Zusammenlegung mit Duisburg inoffiziell als Stadtwappen von Hamborn verwendet, man findet es noch heute an vielen Stellen“.

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