Arizona (USA) — Omas sind die stillen Anker unseres Lebens. Sie sind da, wenn die Welt wackelt, trösten bei kleinen Sorgen und halten uns auch in den dunkelsten Stunden fest. Für die 81-jährige Sue Jacquot aus Arizona wurde genau diese Rolle zur Herzensmission, als ihr Enkel die erschütternde Diagnose Krebs erhielt. Statt sich von Angst und Hilflosigkeit überwältigen zu lassen, suchte sie einen Weg, ihm Nähe, Hoffnung und Ablenkung zu schenken. Und so griff sie – mutig und neugierig – zum Computer und betrat eine für sie neue Welt: Minecraft.

Sue Jacquot hatte einen Großteil ihres Lebens kaum Berührungspunkte mit Videospielen. Doch 2024 erhielt ihr damals 17-jähriger Enkel Jack Self die Horrordiagnose Sarkom – eine seltene und oft aggressive Krebsart des Binde- und Stützgewebes. Um Jack in dieser schweren Zeit eine Freude zu bereiten, begann sie auf seinen Wunsch, das Videospiel „Minecraft“ zu spielen. Daraus entstand später ihr eigener YouTube-Kanal „GrammaCrackers“.

Mit 81 Jahren gegen den Krebs: Sue Jacquot (r.) spielt Minecraft auf YouTube, um die Behandlung ihres Enkels Jack Self (18) zu unterstützen

Jack Self (damals 17) bei einer seiner etlichen Krebsbehandlungen

Foto: Privat/gofundme.com

Oma Sue sammelte über 40.000 Euro für kranken Enkel

Die 81-Jährige setzte von Beginn an auf Transparenz. In jedem Video ist ein Spenden-Link der Plattform GoFundMe eingebunden, der speziell für die Behandlung ihres Enkels eingerichtet wurde. Allein über diesen Link kamen über 47.291 US-Dollar (rund 40.690 Euro) zusammen. Zusätzlich trugen YouTube-Werbeeinnahmen des Kanals direkt zur Behandlung ihres Enkels bei. Innerhalb von zwei Monaten wuchs der Kanal auf mehr als 260.000 Abonnenten, und viele der Videos erreichten Hunderttausende Aufrufe. Ihr erstes Video erzielte in kürzester Zeit über 500.000 Klicks, obwohl Sue zuvor kaum gespielt hatte. Aber genau das liebten die Fans.

Schwere Stunden im Krankenhaus sind jetzt Vergangenheit: Jacks Mama unterstützte ihn während der Chemotherapie vor Ort, während Oma Sue zu Hause für die finanzielle Unterstützung sorgte

Schwere Stunden im Krankenhaus sind jetzt Vergangenheit: Jacks Mama unterstützte ihn während der Chemotherapie vor Ort, während Oma Sue zu Hause für die finanzielle Unterstützung sorgte

Foto: Privat/gofundme.com

„Minecraft“: Ein kreatives Bau- und Entdeckerspiel, in dem man aus einfachen Klötzchen Landschaften, Häuser oder ganze Welten erschaffen kann – und das Lieblingsspiel von Jack Self

„Minecraft“ ist das Lieblingsspiel von Jack Self: ein kreatives Bau- und Entdeckerspiel, in dem man aus einfachen Klötzchen Landschaften, Häuser oder ganze Welten erschaffen kann

Foto: aplasticplant/Instagram

Enkel Jack ist heute krebsfrei

Seit seiner Erkrankung verbrachte Jack viele Stunden im Krankenhaus und musste sich mehr als 200 Chemo-Behandlungen unterziehen. Die Therapie war körperlich und psychisch extrem belastend. Für Jack war Minecraft nicht nur ein Spiel, sondern ein Ort der Normalität und Ablenkung während dieser monatelangen Krankenhausaufenthalte. Heute hat die Familie Grund zur Erleichterung: Jack ist krebsfrei und berichtet, dass er sich „sehr gut fühlt“. Die Behandlung gilt als erfolgreich abgeschlossen – trotzdem spenden die Menschen weiter.

Jack Self ist heute krebsfrei. Hier besucht er die Organisation Make-A-Wish in Arizona, die Kindern mit schweren Erkrankungen besondere Wünsche erfüllt

Jack Self ist heute krebsfrei. Hier besucht er die Organisation Make-A-Wish in Arizona, die Kindern mit schweren Erkrankungen besondere Wünsche erfüllt

Foto: Privat/gofundme.com

Auch nach dem Ende von Jacks Behandlung hat Sue weiterhin Spaß an ihrem YouTube-Kanal: Sie postet in regelmäßigen Abständen Videos und verdient sich so neben der Rente noch Geld dazu.