Nach dem Zusammenprall zweier Schnellzüge im spanischen Andalusien mit mindestens 39 Toten hat der spanische Regierungschef Pedro Sánchez eine
dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Bei einem Besuch in Adamuz nahe der
Unglücksstelle kündigte Sánchez außerdem eine gründliche
Untersuchung des Unfalls an und versprach „absolute Transparenz“.
Am Sonntagabend war auf der Strecke zwischen Málaga und Madrid ein Hochgeschwindigkeitszug auf
gerader Strecke entgleist und mit einem entgegenkommenden Schnellzug kollidiert, der ebenfalls entgleiste. Durch den Zusammenprall wurden Behördenangaben zufolge mindestens 39 Menschen getötet. Mehr als 170 weitere wurden verletzt, 24 davon schwer und fünf sehr schwer. Zwölf Menschen befinden sich demnach weiter auf der Intensivstation.
Die Gründe für die Entgleisung des Zuges sind unklar. Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente nannte den Vorfall ein „sehr seltsames“ Unglück und verwies darauf, dass die betroffene
Bahnstrecke erst kürzlich saniert worden ist und der zuerst entgleiste Zug
„praktisch neu“ gewesen sei.
Sánchez sagt Reise nach Davos ab
Ministerpräsident Sánchez
sicherte infolge des Unglücks schnelle Hilfe zu, sagte alle Termine ab und machte sich von
Madrid aus auf den Weg nach Adamuz. „Heute ist eine Nacht tiefen Schmerzes für
unser Land“, schrieb Sánchez auf der Plattform X. Wie die Regierung mitteilte, wird Sánchez auch nicht wie
vorgesehen am Dienstag am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnehmen.
Auch das Königspaar Spaniens, König Felipe VI. und Königin Letizia, sprachen von Griechenland aus den Angehörigen der Opfer ihr Beileid und den Verletzten ihre Genesungswünsche.
Sie kündigten an, nach der Beisetzung von Irene von
Griechenland, der Schwester von Altkönigin Sofía, vorzeitig in die
Heimat zurückzukehren.
Es ist eines der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte Spaniens. Der Vorfall erinnert in Spanien an ein Zugunglück im Juli 2013. Damals entgleiste in Galicien ein Zug wenige Kilometer
vor Santiago de Compostela mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit an
einer Kurve. 80 Menschen starben bei dem Unglück.