Nicht nur die Fans auf den Rängen brauchten Geduld, bis der erste Treffer der Partie nach knapp 17 Minuten fiel. Auch die Spieler auf dem Eis mussten die Ruhe bewahren. Dabei kam im Duell der Eishockey-Baden-Württemberg-Liga zwischen dem EHC Zweibrücken und dem EKU Mannheim keinesfalls Langeweile auf. Bei dem letztlich doch recht deutlichen 4:1 (0:1/1:0/3:0)-Heimerfolg der Hornets zeigten sich die beiden Torhüter einfach von ihrer besten Seite und vereitelten Chance um Chance.

„Beide Mannschaften haben sich Möglichkeiten erarbeitet, aber die beiden Goalies haben selbst klarste Chancen mit tollen Paraden – einmal sogar mit einem Hechtsprung – abgewehrt. Beide waren wirklich sehr stark“, spricht EHC-Coach Ralf Wolf seinem Keeper Tim Schweitzer ebenso ein großes Lob aus wie auf der Gegenseite Tim Uhrig. Zittern mussten dabei vor gut 600 Zuschauern zunächst die Zweibrücker, als deren Ex-Spieler Felix Fleischer vor Schweitzer auftauchte. Doch der EHC-Schlussmann zeigte sich früh hellwach. Auf der Gegenseite versuchte sich Jacob Radcliffe auf Zuspiel von Erik Betzold. Doch Uhrigs Brust stand ihm im Weg. Dann knallte Artem Bisliouk den Puck an die Latte des Hornets-Gehäuses. Doch die Gefahr war damit noch nicht gebannt. Die Hausherren bekamen die Scheibe nicht geklärt und Oliver Zbaranski traf ins lange Eck. 1:0 für die Mannheimer (17.). Mit diesem knappen Vorsprung der Gäste ging es in den zweiten Abschnitt.

In dem die Hornets gleich Vollgas gaben, um möglichst schnell den Ausgleich zu erzwingen. Doch Matthew Genest-Schön, Michael Outzen, Adam Spurny und Winter-Neuzugang Joona Rikkinen scheiterten allesamt am EKU-Keeper. Dann aber erlöste Julian Weis, der in die Mannschaft zurückgekehrt war, die Gastgeber. Nach einem Schuss von Silas Jäger nutzte der EHC-Defensivspieler den Abpraller zum 1:1 (34.). „Es ist lange her, dass er sein letztes Tor erzielt hat. Und ich muss ihn eigentlich auch noch zusammenscheißen, was er da so weit vorne gemacht hat“, sagt Wolf mit einem Lachen. Kurz vor Ende des zweiten Durchgangs hatte dann Mannheims Rückkehrer Nicolas Bastian noch eine Großchance, um sein Team wieder in Führung zu bringen, doch Tim Schweitzer warf sich erfolgreich dazwischen.

Auch im Schlussdrittel ging es ordentlich hin und her. „Nach dem 1:1 hätten beiden Mannschaft das Spiel auf ihre Seite ziehen können“, erklärt Ralf Wolf und ergänzt: „Es war irgendwie klar, dass das Team, das das nächste Tor schießt, das Spiel wohl gewinnen würde.“ Nach einigen Chancen der Mannheimer gelang schließlich den Zweibrückern der Lucky Punch. Der Lohn dafür, „dass wir immer weiter gearbeitet haben“, erklärt der EHC-Coach. Joona Rikkinen nutzte einen „kleinen Schwächemoment“ von Mannheims Schlussmann Tim Uhrig und „stocherte den Puck mit der Rückhand irgendwie rein“. Das 2:1 der Hornets acht Minuten vor Schluss sei der „Gamebreaker“ gewesen. So erspielten sich die Gastgeber eine kleine Druckphase, in der Adam Spurny das 3:1 (55.) nachlegte. „Die Gegenwehr der Mannheimer haben wir damit gegen Ende im Keim erstickt“, erklärt Wolf. Simon Klemmer machte mit seinem Treffer zum 4:1 (56.) schließlich den Deckel drauf. „Uns hat ausgezeichnet, dass wir geduldig waren. Die Jungs sind ruhig geblieben und sind weiter angelaufen“, lobt der 46-Jährige, der sich auch über die gute Abwehrleistung bei dem nur einen Gegentreffer freut.

Ein gelungenes Debüt im Hornets-Trikot durfte mit dem Sieg auch der 24-jährige Winterneuzugang Dominik Gutjahr feiern. „Wir haben vorher besprochen, welche Rolle er einnehmen soll – das hat er gut gemacht“, sagt der EHC-Trainer und ergänzt: „Nach einer längeren Verletzung (Kreuzbandriss) sind wir das vorsichtig angegangen. Aber es war wichtig, dass er dabei war.“ Ebenso wie Julian Weis. Zumal mit dem verletzten Fabian Fellhauer (gebrochenes Bein) und dem gesperrten Frederic Hellmann zwei Abwehrspezialisten fehlten.

„Insgesamt hat die Moral gestimmt. Wir haben uns da selbst nach vorne gepusht, sind hungrig geblieben und haben die Tore dann auch gemacht“, erklärt Wolf, dass es bei den vielen liegengelassenen Chancen immer wichtig ist, „den Frustfaktor“ runterzufahren. „Da heißt es jedes Mal: Mund abwischen und weiter geht‘s. Man kann den Chancen nicht nachheulen, die Zeit hat man nicht. Man muss schnell nach vorne schauen und stupide den nächsten, nächsten und nächsten Angriff starten, ohne sich zu viele Gedanken zu machen.“ Das ist seinem Team am Sonntag gelungen. Das damit nicht nur die Mannheimer Serie von zuletzt vier Siegen in Folge unterbrochen, sondern auch das dritte Duell der laufenden Runde gegen die Mad Dogs (zuvor 8:4 und 6:2) für sich entschieden hat.

In der Tabelle bleiben die Zweibrücker mit nun 32 Punkten aus 17 Spielen auf Platz vier, einen Zähler hinter dem ESC Hügelsheim. Ganz vorne thronen die Eisbären Heilbronn (41 Punkte/18 Spiele) vor der TSG Reutlingen (36/16). Vier Spiele bleiben den Zweibrückern in der Hauptrunde noch, um ihre Ausgangsposition vor den Playoffs zu verbessern. Gleich zwei davon stehen am kommenden Wochenende an. Nach dem Auswärtsspiel am Freitagabend (20 Uhr) bei Schlusslicht Bietigheim-Bissingen, startet am Sonntag (18.30 Uhr) die Serie gegen die drei Topteams. Zunächst ist dann der derzeit zweitplatzierte TSG Reutlingen in der Zweibrücker Ice-Arena zu Gast. Am Sonntag, 1. Februar (18.30 Uhr), kommt der Dritte ESC Hügelsheim und zum Hauptrundenabschluss geht es am 8. Februar zum Topteam nach Heilbronn. „Ich bin froh, dass wir zum Abschluss jetzt noch so ein Programm haben zur Einstimmung auf die Playoffs“, erklärt Hornets-Trainer Ralf Wolf.