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Swords (Irland) – Aus einem Zoff wird ein Milliarden-Machtspiel: Der reichste Mann der Welt droht öffentlich mit der Übernahme von Europas größter Billig-Airline Ryanair!

Auf seiner Plattform X lässt der Tesla- und SpaceX-Boss seine Follower seit Montagabend abstimmen, ob er die Fluggesellschaft kaufen soll. Bis 21 Uhr gaben rund 250.000 Nutzer ihre Stimme ab – mit einem klaren Ergebnis: 79 Prozent votierten für Ja.

Die Märkte reagierten prompt: Die Aktie von Ryanair schoss nach oben, legte zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent zu. Denn: Musk müsste den Aktionären bei einer Übernahme mehr Geld zahlen, als die Papiere tatsächlich wert sind. Aktuell hat Ryanair einen Börsenwert von rund 30 Milliarden Euro. Laut Forbes hat Musk ein Vermögen von 670 Milliarden Euro.

X-Nutzer witzeln schon, wie Ryanair nach einer Musk-Übernahme heißen könnte. Im Rennen sind unter anderem ElonAir und X Air

X-Nutzer witzeln schon, wie Ryanair nach einer Musk-Übernahme heißen könnte. Im Rennen sind unter anderem ElonAir und Xair

Foto: NurPhoto via Getty Images

Schlammschlacht mit Ryanair-Boss eskaliert

Was wie ein verrückter PR-Gag klingt, ist Teil eines immer bizarreren Streits zwischen zwei der schillerndsten Unternehmenschefs der Welt. Alles begann mit einer technischen Diskussion – und eskalierte schnell zur persönlichen Schlammschlacht.

Ryanair-Chef Michael O’Leary hatte am vergangenen Mittwoch erklärt, er halte nichts von Musks Satelliteninternet Starlink an Bord seiner Flugzeuge. Die Antennen seien zu schwer, verursachten zusätzlichen Luftwiderstand – und damit höhere Treibstoffkosten. Dies würde zu bis zu 250 Millionen Dollar Mehrkosten pro Jahr führen.

Ryanair-Chef Michael O’Leary (64)

Ryanair-Chef Michael O’Leary (64)

Foto: Clodagh Kilcoyne/REUTERS

Musk reagierte wie so oft direkt auf X. O’Leary sei „falsch informiert“ und werde Passagiere an Airlines verlieren, die Starlink anböten (wie Lufthansa).

O’Leary konterte im irischen Radiosender Newstalk scharf: „Ich würde Elon Musk überhaupt keine Aufmerksamkeit schenken. Er ist ein Idiot – sehr wohlhabend, aber er ist trotzdem ein Idiot.“ Musk ließ das nicht auf sich sitzen. Am Freitag beschimpfte er O’Leary als „Vollidioten“, der „seinen Job verlieren sollte“.

Ob Musks Kaufdrohung ernst gemeint ist, ist bislang unklar. Kurz nach seinem Twitter-Kauf vor drei Jahren hatte der Milliardär auf der Plattform auch geschrieben: „Als Nächstes kaufe ich Coca-Cola, um wieder Kokain reinzupacken.“ In der Twitter-Geschichte hat nur ein einziger Beitrag jemals mehr Likes gesammelt – gekauft hat Musk Coca-Cola trotzdem nicht.