Der Hersteller der bei der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) eingesetzten Wasserstoffbusse hat am Wochenende ein Software-Update bei diesen aufgespielt. Hintergrund sind die technischen Probleme mit den Bussen in Heidelberg. Das Software-Update scheint zu helfen, so die rnv. Trotzdem sind noch immer nicht alle Wasserstoffbusse wieder im Einsatz, sagt rnv-Sprecher Moritz Feier. Man müsse weiter auf Diesel-Ersatzbusse von Partnerunternehmen ausweichen, um die Ausfälle bei den Wasserstoffbussen zu kompensieren. Das bedeute aber zumindest für die Fahrgäste mehr Zuverlässigkeit auf den Buslinien.

Pendler reagierten verärgert über Busausfälle

Die Bushaltestelle am Heidelberger Hauptbahnhof ist jeden Morgen voll mit Fahrgästen, die auf den Bus warten. Die Leute wollen zur Arbeit. Auch Vanda Rocha. Sie arbeitet am Heidelberger Uniklinikum und ist auf den Bus angewiesen. Doch in den letzten Wochen kam der fast nie pünktlich, wenn er überhaupt kam. „Es war eine Zumutung in den letzten Wochen“, sagt sie „weil man jeden Morgen überlegen musste, komme ich rechtzeitig zur Arbeit?“. Wie ihr ging es vielen rnv-Kunden. Denn die Wasserstoffbusse der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH hatten technische Probleme und konnten nicht eingesetzt werden. Schnell Ersatz für sie zu finden, war schwierig.

Reisende warten auf ihre Bahn in Heidelberg

Viele Reisende waren am Hauptbahnhof in Heidelberg gestrandet, weil die Wasserstoffbusse ausfielen.

Probleme mit Kompressoren und Elektronik

Ein Teil der Probleme bei den neuen Wasserstoffbussen hatte mit der anhaltenden Kälte zu tun, so die rnv. Die Kompressoren der Fahrzeuge fielen aus. Das konnte die rnv jedoch nach kurzer Zeit selbst beheben, indem man die Busse nachts am Strom ließ, so rnv-Sprecher Moritz Feier. Der Hersteller Daimler Buses habe zudem versichert, bei den Kompressoren nachzurüsten. Das komplexere Problem seien jedoch die Ausfälle bei der Elektrik und Elektronik. Der Hersteller Daimler Buses hat deshalb in den letzten Tagen mit Hochdruck daran gearbeitet, Software-Updates aufzuspielen, in der Hoffnung, dass damit die Probleme behoben würden.

rnv hat nicht mit Ausfällen in diesem Ausmaß gerechnet

Nicht nur die Fahrgäste waren sauer über die Ausfälle. Auch bei der rnv ist man verschnupft. „Teilweise war die Situation für die Fahrgäste nicht mehr zumutbar“, sagt Feier. Zwar hätte man sich schnell um Ersatzbusse von Partnerunternehmen gekümmert, doch die passen beispielsweise nicht ins digitale Leitsystem in Heidelberg und sorgen dann wieder für zusätzliche Probleme. Die Fahrgäste mussten also noch die ganze vergangene Woche geduldig sein. Deren berechtigter Ärger traf die Verkehrsbetriebe, die das auch an Daimler Buses weitergaben.

Wir sind hier nicht bei „Jugend forscht“. Wir haben ein marktreifes Produkt gekauft. Klar kann es da am Anfang Probleme geben, aber mit diesen Ausfällen hat keiner gerechnet.

Stecker für E-Busse

Die Elektrobusse mit Wasserstoff-Brennstoff-Zelle werden jede Nacht im Heidelberger Betriebshof aufgeladen.

Probleme waren für Hersteller vorher nicht absehbar

Auf Anfrage des SWR hat Daimler Buses in Stuttgart jetzt schriftlich Stellung genommen und die Probleme eingeräumt. Die Expertinnen und Experten von Daimler Buses stünden in engem Austausch mit der rnv, betonte eine Sprecherin des Unternehmens. Man wolle zeitnah aus den Erkenntnissen von Heidelberg Verbesserungen in der Serienproduktion einbringen.

Bei der Einführung von neuen Technologien kann es in der Praxis, trotz umfangreicher Tests im Vorfeld, zu nicht absehbaren Themen kommen.

Wasserstoffbusse kommen sonst gut an

Die Hybride mit Elektromotor und Brennstoffzelle kommen eigentlich bei den Kunden gut an – wenn sie pünktlich fahren. Viele finden es gut, dass die rnv auf alternative und CO2-neutrale Antriebe setzt.

Es ist wichtig für die Umwelt, dass die Verkehrsbetriebe auf umweltfreundliche Technologien umsteigen. Ärgerlich sind die Ausfälle trotzdem.

Doch der Winter ist noch nicht vorbei. Zurzeit sind die Temperaturen zwar wieder etwas moderater als noch vor zwei Wochen. Doch ob mit den Software-Updates tatsächlich die Probleme gelöst sind, das wird sich erst zeigen, wenn der nächste Kälteeinbruch kommt. rnv-Sprecher Moritz Feier versichert: „Diesmal sind wir vorbereitet.“