Grünste Stadt Niedersachsens

Grünste Stadt Niedersachsens – Im Ihmezentrum sicherlich nicht

Die Eigentümer*innen und Mieter*innen werden über die Situation in Ihme-Zentrum völlig allein gelassen: Weder der Insolvenzverwalter noch die Hausverwaltung berichten über den Stand der Dinge oder gar über Lösungsinitiativen.

Die Landeshauptstadt Hannover schweigt zum vor einem Jahr in Auftrag gegebenen Gutachten über die Zukunft des Ihme-Zentrums, und auch die schon im Mai 2024 beschlossene Aufstellung eines Bebauungsplanes kommt nicht voran.

Die Durchwegung ist weiterhin gesperrt.

Es ist offen, ob der Landeshauptstadt der Trick gelingen wird, sich mit der Übertragung des Eigentums an der Kindertagesstädte an eine Tochter-GmbH der städtischen Wohnungsgesellschaft hanova ihrer finanziellen Verantwortung zu entziehen. Die Hausverwaltung hat dem Verkauf widersprochen, weil die hanova-Tochter-GmbH nicht gewährleisten kann, die bisherigen finanziellen Verpflichtungen der Stadt zu übernehmen und die GmbH stattdessen in Insolvenz geschickt wird. Daher ist der Eigentumswechsel nicht ins Grundbuch eingetragen und die Stadt ist noch Eigentümerin. Angeblich hat die Stadt dagegen Klage eingereicht. Der Verfahrensstand ist jedoch nicht bekannt.

Keine rosigen Aussichten von der die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum in ihrem neuen Newsletter informiert.

Auch die Situation der letzten „kleinen Gewerbeeigentümer*innen“ ist Brisant.
Ansatz einer Überdachung im Ihmezentrum

Ansatz einer Überdachung im Ihmezentrum

Auf eine Nachfrage teilte die Hausverwaltung in der Eigentümerversammlung mit, dass in den nächsten Monaten weitere 1,2 bis 2 Mio. Euro für notwendige Maßnahmen bei den Fassaden und der Sockelgeschosssanierung ausgegeben werden sollen. Zur Finanzierung soll eine Sonderumlage unter den Gewerbeeigentümern erhoben werden, da die Wohnungseigentümer*innen ja von den Kosten der Sanierung der Sockelgeschosse freigestellt sind. Da ca. 96 % der Gewerbeflächen der insolventen PIZ GmbH gehören, müssten die Kosten von 10 „kleinen Gewerbeeigentümer*innen“ getragen werden. Bei zwei Mio. Euro Kosten entfallen auf diese dann zwischen 43.000 und 575.000 Euro. Das wäre der Tod der meisten „kleinen Gewerbeeigentümer“ bzw. diese müssten Insolvenz anmelden. Beispielweise könnte Herr Lee vom gleichnamigen Gym seine sehr wertvolle Jugendarbeit nicht fortsetzen. Dieses dramatische Existenzen vernichtende Vorgehen der WEG erscheint einem Teil der Wohnungseigentümer als Lösung: Wenn neun der zehn „kleinen Gewerbeeigentümer“ im Konkurs sind, würde aus ihrer Sicht nur die Stadt Hannover übrigbleiben, die dann alle Sanierungskosten in den Sockelgeschossen tragen müsste.

Finstere Aussichten auch im Nachjubiläumsjahr. Letztes Jahr ist das Ihmezentrum 50 Jahre alt geworden und die Zukunftsperspektiven bleiben düster.