Trotz stabiler Ernte

Zucker-Konzern rechnet mit Millionen-Verlust

Aktualisiert am 19.01.2026 – 13:56 UhrLesedauer: 1 Min.

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Zuckerrübenernte: Der Braunschweiger Konzern Nordzucker rechnet mit Millionen-Verlust. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/A. Scholz/imago)

Gute Ernte allein reicht nicht: Nordzucker steht vor finanziellen Herausforderungen. Der Zuckerproduzent erwartet hohe Verluste.

Der Produzent Nordzucker aus Braunschweig prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr einen hohen Verlust. Das Unternehmen rechne mit einem operativen Minus im hohen zweistelligen Millionenbereich, teilte Nordzucker am vergangenen Donnerstag mit.

Konzernweit seien deutlich überdurchschnittliche Rübenerträge verzeichnet worden, so das Unternehmen. Vorteilhafte Witterungsbedingungen und ein überdurchschnittlicher Zuckergehalt hätten die produzierte Zuckermenge bis Ende 2025 gesteigert. Zuletzt hätten Glätte und Schnee die Rübenlogistik in Deutschland herausgefordert, hieß es weiter.

Trotz der guten Ernte sieht sich Nordzucker aufgrund weiterer schwieriger Marktentwicklungen wie Zöllen und Wechselkursschwankungen mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Nach Konzernangaben fielen die Weltmarktpreise für Zucker seit Mai 2025 auf den niedrigsten Stand seit 2021.

Ende September war das Unternehmen von einem negativen Ergebnis im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ausgegangen. Da eine deutliche Preiserholung kurzfristig nicht zu erwarten sei, werde auch für 2026/27 mit einem Verlust gerechnet. Finanzchef Alexander Bott blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. „Unser Ziel ist es, aus eigener Kraft im Geschäftsjahr 2027/28 wieder profitabel zu werden – auch bei niedrigen Absatzpreisen“, sagte Bott.

Nordzucker beschäftigt nach eigenen Angaben an 19 europäischen und australischen Standorten rund 4.100 Mitarbeiter. Die deutschen Standorte liegen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

In Australien verarbeitete das Unternehmen nach eigenen Angaben 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr. Die Ernte und Verarbeitung des Zuckerrohrs, auch „Crush“ genannt, endete im Dezember.