Seltenes Schauspiel am Nachthimmel über Deutschland: Vom Norden bis zu den Alpen waren am Montagabend Polarlichter zu sehen. Grund ist ein starker Sonnensturm. Doch das Phänomen könnte auch problematische Folgen haben.

Wer Polarlichter sehen will, muss nicht unbedingt bis Norwegen oder Island reisen: Über vielen Teilen Deutschlands haben Polarlichter den Himmel erleuchtet. Verantwortlich dafür sei ein sogenannter geomagnetischer Sonnensturm, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Wegen der Stärke des Sonnensturms seien die Lichter in der Nacht bis zu den Alpen zu sehen gewesen.

„Wir hatten eine stärkere Eruption der Sonne und die ist jetzt bei uns angekommen“, sagte Markus Bayer, Meteorologe beim DWD. Durch die Eruption flogen Teilchen von der Sonne in Richtung Erde.

Sie werden bei Sonnenstürmen vom Erdmagnetfeld in Richtung Pole gelenkt und dringen in die Erdatmosphäre ein, heißt es auf der Website des DWD dazu. „In den oberen Schichten der Atmosphäre treffen die geladenen Teilchen auf Luftmoleküle und regen diese zum Leuchten an.“ So entsteht das bekannte grünliche, rötliche oder violette Leuchten am Himmel.

Polarlichter treten in den vergangenen Jahren immer wieder in Deutschland auf. Grund ist eine Phase höchster Sonnenaktivität, bei der vermehrt Sonneneruptionen auftreten. Nach Angaben der US-Atmosphärenbehörde Noaa erreichte die Sonne 2024 im aktuellen Zyklus eine Phase des sogenannten solaren Maximums.

In sozialen Medien teilten viele Nutzer und Hobbyfotografen ihre Aufnahmen des Naturschauspiels. Bei längeren Belichtungszeiten sehen Polarlichter auf Fotos heller aus in der Realität.

US-Behörde fürchtet Ausfall des GPS

Der geomagnetische Sturm erreichte Montagabend die zweithöchste Stufe G4, wie die Noaa berichtete. Möglich seien bei dieser Stärke unter anderem Auswirkungen auf Satelliten. So könne auch das System GPS, das für die Standortbestimmung in Fahrzeugen, Navigationsgeräten oder Smartphones zuständig ist, ausfallen.

Die Eruptionswolke der Sonne habe die Strecke zwischen Sonne und Erde in nur etwa 25 Stunden bewältigt, berichtete die Astronomie-Plattform „Spaceweather“. Das sei extrem schnell. Normalerweise benötige eine solche Wolke für diese Strecke drei bis vier Tage.

dpa/sebe