Was Eltern wissen müssen
Warnstreiks an Dresdner Schulen für Freitag angekündigt
19.01.2026 – 16:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Lehrkräfte und Hochschulbeschäftigte fordern bessere Bezahlung (Archivbild) (Quelle: Kristin Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)
Die GEW ruft Beschäftigte an Schulen und Hochschulen zum Warnstreik auf. Die Gewerkschaft begründet die Maßnahmen mit hoher Arbeitsbelastung und unbezahlten Überstunden.
Studierende und Eltern von schulpflichtigen Kindern in Sachsen müssen sich auf weitere Warnstreiks an Schulen und Hochschulen einstellen. Wie die Bildungsgewerkschaft GEW mitteilte, sind diesen Freitag Warnstreiks im Raum Dresden geplant. Der ganztägige Streik wird von einer Kundgebung von 9.30 Uhr bis 11 Uhr am Postplatz begleitet.
Das Landesschulamt geht trotzdem davon aus, dass die Folgen für den Schulbetrieb „nicht allzu gravierend“ sein dürfte, teilte ein Sprecher den „Dresdner Neusten Nachrichten“ mit. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es zu Unterrichtsausfällen kommen wird, aber nicht zu Komplettschließungen.“
Der Grund: Fast die Hälfte der Lehrkräfte in Sachsen ist verbeamtet und darf deshalb gar nicht streiken.
In der darauffolgenden Woche sollen die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet werden. Unter anderem sollen die Beschäftigten an Dresdner Hochschulen am 28. Januar an einem bundesweiten Aktionstag teilnehmen.
Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt für die Landesbeschäftigten, mindestens jedoch 300 Euro. Praktikanten und Auszubildende sollen 200 Euro mehr pro Monat erhalten. Für studentische Beschäftigungsverhältnisse verlangen sie tarifliche Regelungen mit Mindestvertragslaufzeiten und Mindestvergütung.
GEW-Landeschef Burkhard Naumann begründete die Warnstreiks mit hoher Belastung und Personalmangel. Viele Beschäftigte leisteten unbezahlte Überstunden. „Das Mindeste, was wir verlangen, sind ordentliche Tarifsteigerungen“, sagte er.
Die Arbeitgeberseite kritisierte die Streikausweitung. „Die zweitägigen Verhandlungen waren aus unserer Sicht konstruktiv und alles andere als „ergebnislos“, sagte der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Andreas Dressel.
Die Länder hätten Eckpunkte eines Einigungskorridors vorgelegt. Man sei bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen: „Wir sind auf einem guten Weg und können daher die Ausweitung von Warnstreiks nicht nachvollziehen“, sagte Dressel.
Der Korridor umfasse unter anderem „eine mögliche Entgelterhöhung etwas über der Inflation in drei Schritten und drei Haushaltsjahren“. Angesichts der Inflationserwartungen würde das Gesamtpaket eine Erhöhung innerhalb der vorgeschlagenen Laufzeit um die 5 Prozent bedeuten, hieß es. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Februar geplant.
Nach Angaben des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen würden die von den Gewerkschaften geforderten sieben Prozent für den Freistaat Sachsen Mehrausgaben von mehr als 600 Millionen Euro pro Jahr bedeuten – einschließlich der geforderten Übertragung auf den Beamtenbereich inklusive der Versorgungsempfänger sowie Zuführungen zum Generationenfonds.
