US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach einem Erwerb Grönlands durch die USA bekräftigt. Er habe deswegen ein „sehr gutes“ Telefonat mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte geführt, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. „Grönland ist für die nationale und weltweite Sicherheit unerlässlich“, erklärte Trump. Dabei behauptete er, Frieden sei nur durch Stärke zu sichern.

„Es kann kein Zurück geben – darüber sind sich alle einig!“, schrieb er weiter. Weitere Posts von Trump untermauerten seine Worte mit imperialer Bildsymbolik. So veröffentlichte Trump etwa ein offensichtlich KI-generiertes Bild (siehe oben), das ihn, Vize-Präsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio auf Grönland zeigt. Trump schlägt eine US-Fahne in die Erde, daneben ein Schild: „Greenland, US-Territory, Est. 2026“. Zu Deutsch: „Grönland, US-Territorium, 2026 begründet.“

Ein weiteres Bild, das Trump postete, zeigt ihn im Weißen Haus mit europäischen Spitzenpolitikern. Es entstand bei einem Treffen im Rahmen der Ukraine-Diplomatie. In Wirklichkeit zeigte Trump auf einem Chart neben sich die Karte der Ukraine. Das nun hochgeladene und bearbeitete Bild zeigt anstelle der Ukraine die Karte Mittel- und Nordamerikas sowie der Arktis.

Trump Truth Social Post, Macron Nachricht, 20.1.2025
Screenshot Das manipulierte Bild zeigt ganz Nordamerika, Grönland und Venezuela als Territorium der USA.

© Truthsocial/Donald J. Trump; Screenshot: Tagesspiegel

Die Länder Venezuela, Kanada und Grönland sind darauf zusammen mit den USA in den Flaggenfarben der USA eingezeichnet. Ein Symbol dafür, welche souveränen Staaten Trump für sich beansprucht.

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Trump kündigt zudem Gespräche mit „mehreren Parteien“ über einen Erwerb Grönlands auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in dieser Woche an. Dänemark könne das riesige Territorium nicht schützen. „Wir müssen es haben“, sagt Trump vor Reportern in Florida. „Ich kenne die führenden Politiker, das sind sehr gute Leute, aber sie fahren nicht einmal dorthin.“ Weiter erklärte er, er rechne nicht mit allzu großer Gegenwehr der Europäer gegen eine US-Übernahme Grönlands. „Ich glaube nicht, dass sie sich allzu sehr dagegen wehren werden.“

Entspannt euch.

US-Finanzminister Scott Bessent in Davos.

Dass der Streit zwischen den USA und Europa am Ende glimpflich ausgeht, scheint auch US-Finanzminister Scott Bessent zu glauben. Bei seinem Auftritt in Davos versicherte er, die Nato-Mitgliedschaft der Amerikaner stehe nicht infrage, man bemühe sich außerdem gemeinsam um ein Ende des Ukraine-Kriegs. „Natürlich ist Europa ein Verbündeter“, sagte Bessent. „Aber das bedeutet nicht, dass wir keine Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft Grönlands haben können.“ 

Der Finanzminister zeigte sich optimistisch für eine Lösung des neuen Zollstreits. „Entspannt euch. Ich bin zuversichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs die Situation nicht eskalieren lassen werden“, sagte er. Er rechne mit einem Ergebnis, „das für alle, für die nationale Sicherheit, für die USA und für Europa sehr positiv ist“.

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Macron und Trump uneinig in Grönland-Frage

Auf wen Donald Trump sich genau bezog, ist unklar. Allerdings deutet ein jüngster Post des US-Präsidenten auf Truth Social darauf hin, dass er einen Groll auf seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron hegt. Trump veröffentlichte einen Screenshot, der eine Nachricht Macrons an ihn zeigen soll. Die Authentizität der Nachricht ist noch nicht bestätigt. In der Nachricht, die von Macron stammen soll, heißt es: „Wir sind uns über Syrien einig, wir können großartige Dinge in Sachen Iran tun, ich verstehe nicht, was du bei Grönland tust.“

Lesermeinungen zum Artikel

„Trump sichert gerade den Demokraten den Sieg bei den Zwischenwahlen und auch bei den nächsten Präsidentschaftswahlen. Die Menge an Amerikanern, die bereit wäre, einen Konflikt mit Europa in Kauf zu nehmen, nur damit Grönland den USA gehört, ist sehr, sehr klein. Nicht wenige Amerikaner fahren nach Europa im Urlaub, haben in Europa Verwandte, haben Kinder, die mal ein Semester in Europa studieren. Die Amerikaner wollen nicht mehr für die Sicherheit Europas finanziell aufkommen müssen, aber sie möchten keinen derart offenen Konflikt, dafür fühlen Sie sich Europa doch noch zu sehr verbunden. Die Republikaner schaufeln sich mit dieser Aktion gerade ihr eigenes Grab.“

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Zuletzt hatte Macron Trumps Zolldrohungen gegenüber Grönland als „inakzeptabel“ bezeichnet und Trumps Einladung, dem „Friedensrat“ für Gaza beizutreten, abgelehnt. Daraufhin antwortete Trump: „Niemand will ihn“, und deutete an, dass er hohe Zölle auf französischen Wein erheben könnte.

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Trump räumte in einem Telefonat mit dem britischen Premierminister Keir Starmer am Wochenende aber auch ein, dass er möglicherweise „falsche Informationen“ über die Ankündigung der Entsendung von Truppen aus europäischen Ländern nach Grönland erhalten habe, erklärte ein hochrangiger britischer Beamter gegenüber „CNN“.

Der Beamte fügte laut „CNN“ hinzu, dass dänische Diplomaten die USA vor der öffentlichen Bekanntgabe der Mission informiert hätten. Ein dänischer Beamter erklärte gegenüber CNN, dass der Einsatz nicht nur kommuniziert, sondern auch innerhalb der bestehenden europäischen und US-amerikanischen Militärstrukturen koordiniert worden sei.

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Trump behauptete vor Reportern außerdem, dass der Friedensnobelpreis ihm „egal“ sei. „Zunächst einmal war eine sehr nette Frau der Meinung, dass ich ihn verdient hätte, und wollte wirklich, dass ich den Nobelpreis bekomme. Und dafür bin ich ihr dankbar“, sagte er und bezog sich dabei auf die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado. Sie hatte den Friedensnobelpreis verliehen bekommen und Trump bei ihrem Besuch im Weißen Haus vergangene Woche die zum Preis gehörige Medaille überreicht.

„Wenn jemand glaubt, dass Norwegen keinen Einfluss auf den Nobelpreis hat, macht er sich etwas vor. Es gibt zwar einen Ausschuss, aber dieser wird von Norwegen kontrolliert, und mir ist egal, was Norwegen sagt, aber das interessiert mich wirklich nicht. Was mich interessiert, ist, Leben zu retten.“(Reuters, Tsp)