Stärker als in München
Die Mieten in Köln steigen weiter deutlich
20.01.2026 – 11:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Uni-Center in Sülz (Symbolbild): Die hohen Mietkosten drohen die Kölner Haushalte weiter zu belasten. (Quelle: IMAGO/Panama Pictures/imago-images-bilder)
Die Inflation bleibt konstant, die Mieten nicht: Auch im vierten Quartal 2025 sind die Wohnkosten bundesweit deutlich gestiegen. Auch Köln bleibt davon nicht verschont.
Der Wohnungsmarkt in Deutschland bleibt hart umkämpft. Das Nachsehen haben die Mieter: Bundesweit sind die Angebotsmieten im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent gestiegen. Das zeigt der German Real Estate Index (GREIX-Mietpreisindex), der vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) erhoben wird. Damit liegt die Preissteigerung auf dem Mietmarkt mehr als doppelt so hoch wie die aktuelle Inflationsrate.
Gleichzeitig zu den steigenden Mieten sinkt das Angebot: Seit 2015 ist die Zahl der Inserate um rund 20 Prozent gesunken. „Wohnungssuchende haben es aktuell schwer“, sagt Jonas Zdrzalek, Projektleiter des GREIX am IfW Kiel. „Das klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote härter.“ Deren Anteil lag 2025 auf einem Rekordniveau: Rund jedes sechste Inserat entfiel bundesweit auf befristete oder möblierte Wohnungen.
Unter den vier Millionenstädten fielen die Preissteigerungen im vierten Quartal 2025 in Köln besonders hoch aus. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Mieten dort um rund 6,4 Prozent. In Hamburg und München fielen die Erhöhungen mit 5,6 bzw. 5,3 Prozent geringer aus. Mit 3,2 Prozent lagen die Mietsteigerungen in Berlin sogar unter dem Bundesschnitt.
Das wirkt sich auch auf die durchschnittliche Kaltmiete aus. Im vierten Quartal 2025 zahlten Kölner durchschnittlich 15,71 Euro je Quadratmeter. Damit liegt Köln zwar weiterhin hinter Städten wie München mit 23,35 Euro pro Quadratmeter oder Frankfurt mit 17,36 Euro. Im Vergleich zu den im GREIX-Index berücksichtigten Städten und Kreisen in Nordrhein-Westfalen ist die Domstadt jedoch Spitzenreiter. Am günstigsten ist es in Gelsenkirchen. Mit 7,53 Euro je Quadratmeter fallen die durchschnittlichen Kaltmieten hier besonders niedrig aus.
„Bei Neuvermietungen in Großstädten dürften gerade Geringverdiener beziehungsweise Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen“, sagte Zdrzalek vom IfW. Die weiteren Mietpreissteigerungen setzen den Trend der vergangenen Jahre fort.
So sind die Mieten in Köln seit 2015 um rund 50 Prozent gestiegen. Das zeigt sich besonders deutlich an der monatlichen Nettokaltmiete. Vor zehn Jahren lag diese noch bei 9,97 Euro pro Quadratmeter. Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht.
