Eva Lys verärgert im Spiel gegen Sorana Cîrstea

Stand: 20.01.2026 09:46 Uhr

Nachdem Eva Lys im Vorjahr für Furore gesorgt hatte, reiht sie sich in die Liste der deutschen Enttäuschungen ein. Bei den Australian Open verlor sie ihr Auftaktmatch gegen Sorana Cirstea mit 6:3, 4:6, 3:6, so bleiben Alexander Zverev und Yannick Hanfmann bisher die einzigen Einzelspieler, die es in die zweite Runde geschafft haben.


Sebastian Hochrainer

Ein Jahr zuvor hatte die Karriere von Lys in Melbourne richtig Fahrt aufgenommen. Sie war praktisch schon auf dem Heimweg, als sie doch noch als „Lucky Loser“ ins Hauptfeld rückte und schaffte es dort bis ins Achtelfinale. Und die Sensation in Australien („Lucky Lys“) machte auf der Welttour weiter, ist mittlerweile als 39. der Weltrangliste die Nummer eins der deutschen Frauen.

Nach furiosem Start lässt Lys den Schläger fliegen

Vor der Partie sagte Lys, sie habe sehr viel Selbstvertrauen aus den bisher guten Leistungen des noch so jungen Tennisjahres mitgenommen. Die Statistik mit einem Sieg und einer Niederlage sieht gar nicht danach aus, aber neben dem souveränen Erfolg gegen die Niederländerin Suzan Lamens bot die 23-Jährige beim United Cup Iga Swiatek einen harten Kampf. Nach Satzführung verlor sie noch 6:3, 3:6, 4:6, dennoch war es ein Signal, dass Lys mit der absoluten Weltspitze konkurrieren kann.

So trat Lys auch gegen Cristea zu Beginn der Partie auf. Sie spielte mutig, war positiv, machte wenige Fehler und war so die deutlich bessere Spielerin. Der erste Satz ging völlig verdient an sie, dann veränderten sich jedoch grundlegende Dinge. Lys‘ Fehlerquote stieg schlagartig an, während ihre Gegnerin sicherer wurde. Die Emotionen spielten auch eine Rolle, die 35-jährige Rumänin, die ihr letztes Tourjahr bestreitet, behielt die Ruhe, die Deutsche haderte zunehmend, schmiss sogar ihren Schläger.

Lys fängt sich wieder, aber Cirstea spielt zu stark

Besonders bedenklich war das zu Beginn des entscheidenden Durchgangs, als Lys eine Körpersprache an den Tag legte, die im Tennis Gift ist. Sie stellte ihre Unzufriedenheit über sich selbst offen zur Schau, Cirstea nutzte das mit ihrer Erfahrung und sicherte sich schnell das erste Break. Es war aber der Moment, der Lys den Kampfgeist zurückbrachte, sie fightete um jeden Ball und mit etwas Glück nahm auch sie Cirstea den Aufschlag ab.

Beide Spielerinnen zeigten über den Großteil des Matches gutes und unterhaltsames Tennis, wobei es in dieser Phase ein Nervenspiel wurde. Dank Cirsteas Fehlern konnte Lys zum 3:3 ausgleichen, ein solcher brachte ihr im nächsten Spiel auch einen Breakball ein. Diesen verdiente sich die deutsche Nummer eins aber auch, weil sie die harten Aufschläge ihrer Gegnerin immer besser returnieren konnte. Doch Cirstea wehrte mit ihrem Powertennis ab, ging wieder in Führung.

Sorana Cirstea im Spiel gegen Eva Lys

Und dann patzte Lys – wobei das folgende Break eher die Folge davon war, dass ihre rumänische Kontrahentin in der wichtigsten Phase auftrumpfte. Cirstea war fast nur noch in der Offensive, Lys kämpfte zwar vehement um ihre Position auf dem Platz, doch wurde immer wieder weit hinter die Grundlinie gedrängt. Fehler schenkte ihre Gegnerin ihr auch nicht, während Lys zu viele unterliefen (im gesamten Match 50). Und so blieb nach dem Melbourne-Märchen vor einem Jahr nach 2:10 Stunden nur die Enttäuschung bei den Australian Open 2026.