Seltenes Schauspiel

Darum strahlte der Nachthimmel über Nürnberg

Aktualisiert am 20.01.2026 – 11:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Polarlichter über Franken: Das Leuchten am Himmel war auch über Forchheim zu sehen.Vergrößern des Bildes

Polarlichter über Franken: Das Leuchten am Himmel war auch über Forchheim zu sehen. (Quelle: dpa/Daniel Löb)

Durch einen starken Sonnensturm waren sogar über Nürnberg Polarlichter deutlich erkennbar. Wer Glück hat, könnte am Dienstagabend noch einen Blick erhaschen.

Über Deutschland haben Polarlichter in der Nacht zum Dienstag den Himmel erleuchtet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte mit, dass ein geomagnetischer Sonnensturm für das seltene Naturschauspiel verantwortlich sei. Die Stärke des Sturms ermöglichte die Sichtbarkeit der Lichter bis zu den Alpen.

Markus Bayer, Meteorologe beim DWD, erklärte: „Wir hatten eine stärkere Eruption der Sonne und die ist jetzt bei uns angekommen.“ Die Eruption auf der Sonne schleuderte geladene Teilchen in Richtung Erde, die in der Atmosphäre durch ihr Leuchten sichtbar wurden.

So kam auch mancher Nürnberger in den Genuss des seltenen Phänomens.Viele Menschen teilten ihre Motive von dem Himmelsschauspiel in den sozialen Netzwerken. Wer freie Sicht Richtung Norden hatte, wurde mit einem strahlenden Himmel belohnt. Beispielsweise wurden Sichtungen etwa über dem Alten Kanal und am Wöhrder See gemeldet. Auch außerhalb der Stadt konnten einige Bewohner das Spektakel erleben.

Dank des ungewöhnlichen Phänomens war die Aurora borealis sogar von der Zugspitze aus sichtbar. Eine dort montierte Webcam zeigte das bunte Lichtspiel am späten Abend in nördlicher Richtung.

Die US-Atmosphärenbehörde NOAA berichtete, der geomagnetische Sturm habe am Montagabend die zweithöchste Stufe G4 erreicht. Bei dieser Stärke seien Auswirkungen auf Satelliten möglich. Auch das GPS-System könne ausfallen.

Die Astronomie-Plattform „Spaceweather“ meldete, dass die Eruptionswolke der Sonne die Strecke zwischen Sonne und Erde in nur etwa 25 Stunden zurückgelegt habe. Das sei ungewöhnlich schnell. Normalerweise benötige eine solche Wolke für diese Strecke drei bis vier Tage.

Aktuell ist die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Sichtung vor allem über Nordamerika, Alaska und Grönland wahrscheinlich. Wer das Schauspiel in der Montagnacht verpasst hat und auf eine zweite Chance hofft, wird leider enttäuscht werden: Laut Meteorologe Dominik Jung hat der Süden Deutschlands voraussichtlich kein Glück.

Die Stärke des Sonnensturms ist mittlerweile deutlich geschrumpft. Um die Aurora in südlichen Lagen überhaupt zu sehen, brauche es eine starke geomagnetische Störung, erklärt Jung. In Norddeutschland haben die Menschen hingegen bessere Chancen auf eine erneute Sichtung, insbesondere in Küstennähe. In Nürnberg hingegen werden die Menschen vermutlich leer ausgehen.