Himmelsspektakel im Norden
Polarlichter: Wie stehen die Chancen in den nächsten Nächten?
Aktualisiert am 20.01.2026 – 12:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Polarlichter über Norderney: Das Himmelsspektakel war in der Nacht zu Dienstag über weiten Teilen Deutschlands zu sehen. (Quelle: Volker Bartels/dpa)
Das Staunen rund um Bremen war groß, als in der Nacht zu Dienstag flächendeckend Polarlichter den Himmel erstrahlten. Wer das Spektakel verpasst hat, für den gibt es leise Hoffnung.
Rot, grün, orange: Der Himmel über Bremen wurde in der Nacht zu Dienstag in ein buntes Farbenmeer getaucht, Polarlichter erstrahlten auch in der Großstadt – dort, wo sie meist nur sehr selten zu sehen sind. Nicht jede und jeder hatte das Glück, das Naturphänomen zu beobachten. Die Regionalredaktion Bremen von t-online hat deshalb den Wetterexperten Domnik Jung gefragt: Wann sind erneut Polarlichter über der Hansestadt zu sehen?
Diplom-Meteorologe Jung erklärte, dass die aktuellen Polarlichter-Vorhersagen für die kommenden Tage zwar „eine mäßig erhöhte geomagnetische Aktivität, aber keinen ausgeprägten geomagnetischen Sturm“ aufweisen. Dieser sei notwendig, damit Polarlichter entstehen beziehungsweise sichtbar sind.
Damit sei die Wahrscheinlichkeit für sichtbare Nordlichter in Deutschland niedrig, „aber nicht ausgeschlossen, vor allem in der Nacht und bei sehr dunklen Bedingungen“, betonte er. Von einer sicheren oder flächendeckenden Sichtbarkeit könne jedoch nicht gesprochen werden.
Grundsätzlich hätten die Menschen im Norden Deutschlands im Vergleich zum Süden, Westen oder Osten „die besten Chance“, das Himmelsspektakel zu sehen. Jung sagte dazu: „Je weiter nördlich ein Ort liegt, desto geringer muss die geomagnetische Aktivität sein, um Nordlichter überhaupt sichtbar werden zu lassen.“
Die höchste Wahrscheinlichkeit, auch in den kommenden Nächten Polarlichter beobachten zu können, liege an der Nord- und Ostsee. Zudem sei es wichtig, lichtarme Gegenden aufzusuchen und einen freien Blick Richtung Norden zu haben. Auch wenn all diese Parameter stimmten, „wären mögliche Erscheinungen eher schwach und oft nur fotografisch oder als diffuse Aufhellung erkennbar“, so Jung weiter.
Selbst für Fachleute wie Jung seien Nordlichter nur sehr kurzfristig vorherzusagen. Exakte Bestimmungen funktionierten meist einen Tag zuvor. Wer Polarlichter bereits Tage zuvor prognostizieren wolle, könne nur Tendenzen angeben, aber keine konkreten Zeitfenster.
Und noch etwas müsse mitspielen: das Wetter. Grundvoraussetzung ist laut Jung ein wolkenfreier Himmel, möglichst geringe Luftfeuchte und wenig Dunst. Wer sich dann auch noch an der Küste befinde oder einem Feld, habe die besten Chancen.
