Berlin – Er war einer der bekanntesten kurdischen Clan-Größen Berlins – jetzt ist Mehmet K. (62) tot.
Schon am Dienstagmorgen verbreiteten mehrere kurdische Influencer in sozialen Medien die Nachricht von seinem Tod. Am Mittag folgte ein Posting auf dem Instagram-Account von Mehmet K. mit rund 13.000 Followern.
Darin teilte der Clan-Chef seinen Freunden und Anhängern selbst seinen Tod mit: „In Berlin nannten sie mich ‚Kürt Mehmet‘… Heute gehe ich, aber ich hinterlasse Gebete, Güte und unvergessliche Freundschaften.“
Abschied über Instagram angekündigt
In dem Beitrag kündigt Mehmet K. auch eine Trauerfeier an, die am Dienstag um 13 Uhr stattfinden soll. Weiter heißt es: „Ich werde nicht unter Ihnen sein, aber meine Türen werden offenstehen und meine Teamkollegen werden meine Freunde empfangen und bewirten.“ Nach BILD-Informationen litt Mehmet K. seit Jahren an einer schweren Krankheit. Trotzdem zeigte er sich lange Zeit öffentlich. Erst als sein Zustand sich verschlechterte, zog er sich zurück.
20 Schüsse auf die Villa des Paten
Offenbar nutzten das seine Feinde aus. Mitte Dezember vergangenen Jahres feuerten Unbekannte 20 Schüsse mit einer 9-Millimeter-Waffe auf die Villa von Mehmet K. in Lichterfelde. Einem BILD-Reporter sagte er danach wütend: „Die das getan haben, sind Straßenköter, sonst nichts!“
Die Täter gingen dabei gezielt vor. An einem Mittwoch drangen zwei vermummte, schwarz gekleidete Attentäter über die angrenzende Kleingartenkolonie „Abendruh“ auf das Grundstück ein. Sie zwängten sich durch eine Hecke und eröffneten sofort das Feuer. Die Kugeln schlugen durch zwei Fensterfronten.
500.000 Euro Kopfgeld ausgesetzt
Nach dem Anschlag setzte Mehmet K. 500.000 Euro Kopfgeld auf die Täter aus. Dem Reporter sagte er weiter: „Ich bin kein Pate, ich bin Geschäftsmann. Mal läuft es gut, mal weniger gut.“ Bedrohungen im Vorfeld habe es nach seinen Angaben nicht gegeben. Auch sonst wisse er nicht, wer ihm nach dem Leben trachten sollte.

Die Einschusslöcher auf der Villa sind deutlich zu erkennen
Foto: John Boutin
Nach eigenen Angaben kam Mehmet K. mit 17 Jahren aus dem türkischen Bingöl nach Berlin. Er machte eine Ausbildung zum Dreher und Maschinenschlosser, war verheiratet und hatte zwei Kinder. Später wurde er Geschäftsmann.
Geschäfte mit Wettbüros und Immobilien
Er verdiente viel Geld mit Wettbüros und Immobilien. In Berlin sollen ihm allein 14 Filialen des Sportwetten-Anbieters „Wettarena“ gehört haben.
Wann Mehmet K. beerdigt wird, ist noch offen. In seinem letzten Instagram-Posting heißt es: „Ich bin nicht gekommen, um in dieser Stadt berühmt zu werden, sondern um Spuren zu hinterlassen.“