In Berlin ist ein bundesweit polizeibekannter, zuletzt von Unbekannten bedrohter Geschäftsmann gestorben. Die Berliner Polizei bereitet sich nach Tagesspiegel-Informationen darauf vor, dass es im Rotlicht- und Glücksspielmilieu Auseinandersetzungen zwischen konkurrierenden Netzwerken geben könnte.
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Der aus dem kurdischen Südosten der Türkei stammende Mehmet K. hatte in den vergangenen Wochen darüber gesprochen, schwer erkrankt zu sein. Er war in einer Villa in Lichterfelde gepflegt worden.
Jetzt wurde auf Instagram ein Nachruf veröffentlicht, zudem wird zu einer Trauerfeier am Dienstag in ein Restaurant am Kottbusser Tor in Kreuzberg eingeladen.
Vor einem Monat erst waren zehn Schüsse auf die Villa gefeuert worden. Verletzt wurde niemand. Unter einzelnen Ermittlern und Szenekennern hieß es, der Angriff stehe im Zusammenhang mit Revierstreitigkeiten und Schutzgelderpressungen unter Gewerbetreibenden. Mehmet K., für den die Unschuldsvermutung gilt, ist im Milieu als „Spandau-Mehmet“, mitunter auch als „Kurden-Mehmet“ bekannt. K. soll durch Sportwetten-Cafés wohlhabend geworden sein.
In Berlin war in den vergangenen Monaten öfter geschossen worden. Meist traf es Händler und Gastronomen, aber auch eine Fahrschule – die Betreiber stammten stets aus der Türkei. Der 62-jährige K. lobte nach den Schüssen auf seine Villa in den sozialen Medien eine Belohnung von 500.000 Euro für Hinweise auf die Täter aus. Diesen Schritt verurteilten Polizisten als Selbstjustiz.
Eine Mordkommission und die Soko „Ferrum“ ermitteln. Letztere war wegen der massiv gestiegenen Zahl von Schusswaffeneinsätzen und drohender Bandenkriege gegründet worden.
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Einzelne Schützen sollen eigens für bestimmte Angriffe nach Europa ein- und kurz nach den Taten wieder ausreisen. Als bedeutendste Bande gelten die „Daltons“, die auch in anderen Staaten Europas aktiv sind. Die Köpfe der Banden sollen mitunter Jugendliche anheuern, die über die Hintergründe bestimmter Einsätze im Unklaren gelassen werden.