Garage-Gothic-Balladen: The Guilt

Für Kurzentschlossene: Als The Guilt letztes Jahr während des WGT beim Gothic Pogo Festival in Leipzig auftraten, hinterließen sie jede Menge Begeisterung. Denn das schwedische Duo ist eine fantastische Live-Band, ihr furchtloser Mix aus aufgedrehtem Riot-Grrrl-Punk, exquisit dämlichen Synthesizern und hämmernden Gitarren funktioniert auf der Bühne am besten. Ihr neues Album, das 2026 erscheint, bietet Garage-Gothic-Balladen, Power-Punk-Knaller und Queer-Hymnen. Sie nennen es selbst „Dancefloor-Aggressions-Bewältigung für glitzerbedeckte und genre-flexible Menschen“. Da kann man ja nur begeistert sein.

Mehr Informationen zum Konzert
Donnerstag, 29. Januar 2026, 21 Uhr

Ostpol
Königsbrücker Straße 47
01099 Dresden

Berührende Kneipensongs: Frau Lehmann

Für Kurzentschlossene: „Trost und Trotz“ heißt das Debütalbum der Leipziger Band Frau Lehmann, und es könnte auch Trost und Trotz und Tod heißen, denn auch um den geht es immer wieder. Trotzdem macht es Spaß, die zwölf Songs voller Indiegitarren, Ohrwurm-Melodien und Mitsing-Lyrics zu hören. Oft erinnert das an Isolation Berlin – von den Tonfolgen, aber auch den Themen her: ausgetrunkenes und ausgespieenes Bier, depressive Tage, die in der Kneipe enden oder erst so richtig anfangen, ein Nicht-Dazugehören-Gefühl, Melancholia im Allgemeinen. Sängerin, Songwriterin und Namensgeberin der Band, Fiona Lehmann, sieht die Einflüsse eher bei Hildegard Knef, Nina Hagen, Christiane Rösinger, Stella Sommer oder Melanie. Es sind auf jeden Fall berührende Lieder, die Frau Lehmann singt – übers Leben und übers Sterben.

Zu ihrer Release-Party im Hitness Club haben sie zwei andere Bands eingeladen: Die Leipziger Band Das Publikum und Brausepöter, die angeblich älteste deutschsprachige Punkband.

Mehr Informationen zum Konzert
Freitag, 30. Januar, 19 Uhr

Hitness Club
Hermann-Liebmann-Straße 86
04315 Leipzig

Anonyme Schimpftiraden: Augn

Für Kurzentschlossene: Man kann eigentlich nur abraten, zu einem Konzert der Band Augn zu gehen. Denn es kann durchaus passieren, dass statt dem Punk-Rap-Duo zwei Schaufensterpuppen mit Strumpfhosen über dem Kopf auf der Bühne stehen und die Songs – oder besser gesagt: mit Beats unterlegte Schimpftiraden – einfach vom Band abgespielt werden. Alles schon passiert. Denn die beiden Musiker, die sich hinter Augn verbergen, wollen anonym bleiben. Und doch könnte es ein gelungener Abend werden, denn die Texte sind pointiert und witzig und entlarven nicht nur den Anspruch an zeitgenössische Unterhaltungsmusik, sondern auch das aktuelle Phänomen, dass man zu allem eine Meinung haben muss. Und so kriegen hier alle ihr Fett ab – natürlich auch die Menschen, die auf ein Konzert von Augn gehen.

Mehr Informationen zum Konzert
Samstag, 31. Januar, 21 Uhr

Beatpol
Altbriesnitz 2 A
01157 Dresden

Dota Kehr mit Streichquartett

Dota Kehr bespielt seit mehr als 20 Jahren die Bühnen Deutschlands. Politisch engagiert, eröffnet die Berlinerin – früher unter dem Pseudonym Kleingeldprinzessin bekannt – in klugen Liedern einen poetischen und zugleich lebensnahen Blick auf die Welt. Ihre Botschaften verpackt sie, gemeinsam mit ihrer Band, in wunderbare Melodien, die zum Mitsingen und Tanzen anregen. Ihr Song „Keine Zeit“ aus dem Jahr 2022 ist so etwas wie die Hymne der Klimabewegung geworden. Nach zwei Alben mit vertonten Gedichten der polnisch-deutsch-jüdischen Lyrikerin Mascha Kaléko und dem neuen Album „Springbrunnen“ im vergangenen Jahr, gibt die Musikerin nun ein paar ausgewählte Konzerte im Duo mit Gitarrist Jan Rohrbach gemeinsam mit einem Streichquartett. Mit dem Programm ist sie auch im Zwickauer Gasometer zu erleben.