20. Januar 2026 – Isabell Wüppenhorst

Bilder

Was für ein Spektakel: In weiten Teilen Deutschlands waren in der Nacht Polarlichter sichtbar. Doch viele lagen schon in ihren Betten und ärgern sich heute sehr. Können sie das heute Nacht nachholen?

Polarlichter über Hamburg

Foto: Radio Hamburg

Viele Menschen haben sich heute Morgen geärgert: Freunde aus fast allen Ecken Deutschlands haben die schönsten Polarlicht-Fotos gezeigt und gepostet. Und viele von ihnen haben das Himmelsspektakel nicht etwa am dunkelsten Fleck ihrer Stadt fotografiert, sondern direkt vom Balkon oder Küchenfenster aus. Wie hoch stehen die Chancen darauf, dass das noch einmal gelingt?

Lohnt es sich, sich heute Abend warm anzuziehen und auf Polarlichter-Jagd zu gehen?

Der Direktor Hamburger Planetariums, Björn Voss, macht da durchaus Hoffnung: „Ja, es lohnt sich, aber sicher vorhersagen kann man die Polarlichter nicht – womöglich ist nichts mehr zu sehen, aber eine gute Chance gibt es noch“, sagte der Astronom der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Anders sieht es der Astrophysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen. Für die kommende Nacht seien keine Polarlichter zu erwarten, sagte er. Es sei kein weiterer Sonnensturm aufgetreten – weder zur Erde hin noch in eine andere Richtung. Für die darauffolgenden Nächte konnte er noch nichts sagen.

Polarlichter über HamburgPolarlichter über Hamburg

Foto: Radio Hamburg

 

Polarlichter über Hamburg

Foto: Radio Hamburg

 

Polarlichter über Hamburg

Foto: Radio Hamburg

 

Falls ja, was ist eventuell noch möglich?

Es ist „alles möglich“, so Voss weiter. Aber es sei gleichzeitig auch unwahrscheinlich, dass das Phänomen so hell wird wie in der vergangenen Nacht. „Ich rechne zu 50:50 mit einem nur eher schwachem oder vielleicht auch gar keinem Polarlicht am heutigen Abend.“

Am Mittag war der Sonnensturm über Nordamerika dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum zufolge noch in vollem Gange. Sollte die Aktivität bis zum Abend jedoch noch deutlich zurückgehen, „könnte man nur im äußersten Norden oder womöglich gar keine Polarlichter mehr sehen“, hieß es.

Sollte man nur auf die Augen vertrauen oder einfach immer wieder mal Fotos machen?

Hier hat Voss eine schnelle und klare Antwort parat: Fotos. Selbst einfache Handybilder würden die Polarlichter deutlicher zeigen, als man sie mit dem Auge sieht. „Fotos zu machen lohnt also, aber man sollte nicht ständig auf den Handybildschirm starren. Denn dann sieht man mit eigenen Augen gar nichts, sondern ist vom Display geblendet.“

Gibt es eine gute Uhrzeit?

Hier lohnt es sich, schnell zu sein und schon nach Einbruch der Dunkelheit den Himmel zu beobachten. „Die Polarlichtaktivität nimmt voraussichtlich Stunde für Stunde ab, daher bestehen die besten Chancen direkt, wenn es dunkel wird“, sagt Voss dazu. „Also gegen 18.30 bis 20.00 Uhr.“

Das ist praktisch für Kinder, die dann noch wach sein können. Aber auch in den Stunden danach kann ein Ausflug an die frische Luft schöne Fotos bringen. „Auch danach lohnt es noch, nach ihnen Ausschau zu halten. Aber besser früher als später zum Himmel blicken.“

Wohin späht man dafür am besten?

Das ist leicht: Immer in Richtung Norden gucken.

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(Quelle: dpa)