Moabit – Von der großen Liebe blieb nur noch Hass übrig – der in einem Mordkomplott gipfelte. Jetzt steht eine Krankenpflegerin vor dem Landgericht in Berlin und muss erklären, warum sie ihren Ex ermorden lassen wollte.
Angeklagt: Anja J. (37), eine zweifache Mutter aus Berlin-Lichtenberg. Das Opfer: Robert J. (45, Kraftfahrer), ein dreifacher Vater. Fünfzehn Jahre waren sie ein Paar, zehn Jahre davon verheiratet. Eine Patchworkfamilie.
Nach der Trennung gab es Ärger
Bis er 2022 Anja J. verließ. Er hatte Nicole kennengelernt und zog zu ihr. „Es gab viel Stress nach der Trennung“, sagt er vor Gericht als Zeuge. „Tausende falsche Behauptungen von ihr.“ Und in alles seien die Kinder mit hineingezogen worden. Vor allem seine Tochter Jenny (*Name geändert).

Er sollte ermordet werden – der dreifache Vater Robert J.
Foto: Olaf Wagner
Die 13-Jährige soll, von der Stiefmutter in deren Mordplan eingeweiht, Kontakt zur vermeintlichen Auftragskillerin Janin K. (37, Mutter einer Schulfreundin) vermittelt haben. Mit der die Angeklagte sich danach traf, ihr 1800 Euro Anzahlung in die Hand drückte und weitere 3200 Euro bei Vertragserfüllung versprach.
Robert J. erfuhr ein Jahr später von dem mörderischen Plan. Nach einem Streit zwischen Tochter Jenny und der Angeklagten verriet das Mädchen ihrem Vater: „Geschieht Mama ganz recht, dass sie so viel Geld verloren hat.“ „Was für Geld?“, fragte der Papa. „Mama hat jemand bezahlt, der dich umbringen sollte.“
Auftragskillerin wegen Betrugs verurteilt
Er habe danach Janin K. ausfindig gemacht: „Sind Sie die, die mich umbringen sollte?“ Die Frau habe mit „Ja“ geantwortet. Aber sie behauptete, nie vorgehabt zu haben, ihn zu töten. Sie habe den Auftrag nur wegen der 1800 Euro angenommen. Das Geld habe sie „gut angelegt“. Warum seine Ex ihn umbringen wollte? „Ich war nicht der perfekte Ehemann“, sagt Robert J. vor Gericht und spekuliert, dass die Witwenrente ein Motiv sein könnte.
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Robert J. ging am 30. September 2024 zur Polizei. Anja J. wurde wegen versuchter Anstiftung zum Mord angeklagt. Höchststrafe: lebenslang. Doch das Gericht versprach bei einem vollen Geständnis maximal 3 Jahre, 10 Monate Haft.
Trotz Auftragsverweigerung kam auch Janin K. nicht ohne Strafe davon. Sie kassierte vom Amtsgericht per Strafbefehl 2250 Euro Geldstrafe (150 Tagessätze á 15 Euro) wegen „Vorspiegelung falscher Tatsachen“ (Betrug). Hatte sie doch für eine Leistung kassiert, die sie nie erbringen wollte. Die 1800 Euro Anzahlung werden zusätzlich eingezogen. Aber alles immer noch besser, als ein „lebenslänglich“ wegen Mordes.
Fortsetzung: Freitag