In der Mannheimer Innenstadt haben sich am Dienstagabend hunderte Menschen zu einer spontanen Demonstration zusammengefunden. Laut Polizei wurde die Kundgebung erst im Laufe des Tages angemeldet. Nach Angaben des Organisators wurden rund 700 Menschen erwartet. Am Ende haben mehr als Tausend Menschen an der Demonstration teilgenommen, wie die Polizei auf SWR-Anfrage bestätigte.

Hintergrund: Aktuelle Lage in Syrien

Hintergrund der Kundgebung ist die aktuelle militärische Belagerung kurdisch geprägter Stadtteile Aleppos durch die islamistische Miliz HTS sowie die dramatisch verschärfte humanitäre Lage der Zivilbevölkerung. Die Demonstrierenden forderten Freiheit und Frieden für die Kurden in den besetzten Gebieten, unter anderem durch ein Eingreifen der westlichen Politik. Bereits vor zwei Wochen hatte der gleiche Veranstalter in Mannheim zu einer Demonstration aufgerufen, die Demonstration am Dienstag war jedoch bedeutend größer.

Menschen halten Banner und demonstrieren

Mehr als tausend Menschen haben am Dienstagabend in der Mannheimer Innenstadt demonstiert.

Mannheimer Innenstadt: Lauter Demonstrationszug und Feuerwerk

Der Demonstrationszug führte vom Mannheimer Paradeplatz bis zum Mannheimer Wasserturm. Der Bahnverkehr in der Mannheimer Innenstadt wurde umgeleitet. Augenzeugen berichten zeitweise von einer hitzigen Stimmung. Die Teilnehmenden sind mit Flaggen, Postern und großen Bannern durch die Innenstadt gezogen.

In der Nähe vom Mannheimer Wasserturm sollen außerdem Feuerwerkskörper und Böller abgefeuert worden sein. Ob dabei jemand verletzt wurde, konnte die Polizei noch nicht sagen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurde die Demonstration ordnungsgemäß von ausreichend Einsatzkräften begleitet. Die Anzahl der Polizeikräfte wurde demnach aufgrund der hohen Teilnehmerzahl angepasst.

Lage in Syrien: Demos in ganz Deutschland

Angesichts der zugespitzten Lage in Nordsyrien haben sich am Abend auch in anderen deutschen Städten tausende Menschen an pro-kurdischen Demonstrationen beteiligt. In Stuttgart waren am Abend rund 2.000 Menschen auf der Straße. Zu größeren Kundgebungen kam es zudem in Dortmund, Frankfurt am Main, Hannover und Bremen.

In Syrien rücken die Regierungstruppen und ihre Verbündeten seit mehreren Tagen immer weiter in Gebiete vor, die von den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kontrolliert werden. Trotz der vereinbarten Waffenruhe kommt es weiter zu Gefechten.