
Die Null in 2026 steht – so ist die Chance auf die Top 8 der Champions League für Bayer Leverkusen dahin. Dazu kam es, weil beim 0:2 (0:2) bei Olympiakos Piräus auch das dritte Pflichtspiel des Jahres verloren ging.
Ein leichtsinniges Dribbling von Loic Badé nach wenigen Sekunden leitete das erneute Ungemach ein. Der Verteidiger verlor den Ball und verschuldete so einen Eckball für die stets hoch pressenden Gastgeber, nach dem Costinha völlig frei einköpfte (2.). Auch hier patzte ein Leverkusener, Stürmer Christian Kofance hatte sich am ersten Pfosten komplett verschätzt. Janis Blaswich, der den verletzten Stammkeeper Mark Flekken ersetzte, hatte dagegen keine Chance.
Tzolakis und Abschlussschwäche verhindern Bayer-Ausgleich
Chancen im XXL-Paket hatten dagegen die Leverkusener zwischen dem Fehlstart und dem Schlusspunkt der ersten Halbzeit. Doch entweder stand der überragende Konstantinos Tzolakis im Weg oder das eigene Unvermögen. Tzolakis war es beim zu unplatzierten Schuss von Badé (10.) und dem Versuch an seine Schulter des griechischen Torhüters von Lucas Vazquez (16.). Unvermögen dagegen, als Kofane aus fünf Meter eine Badé-Flanke am Tor vorbei spitzelte (25.).
Ganz stark wehrte Tzolakis einen 16-Meter-Abschluss von Alejandro Grimaldo mit einer Flugparade (36.) ab, bei der zweiten Topchance von Kofane machte er sich so breit, dass kein Vorbeikommen mehr an ihm war – der Nachschuss von Grimaldo machte dem 23-Jährigen gar keine Probleme (45.). Zuvor hatte Vazquez aus fünf Metern einen weiteren Hochkaräter liegengelassen (44.).
Weil Kofane vorbeitritt, trifft Olympiakos erneut
Der Leverkusener Chancenwucher war aber nicht nur frustrierend für das eigene Torkonto, sondern er hatte auch Auswirkungen auf das gegnerische. In der Nachspielzeit trat Kofane praktisch vor dem leeren Tor an einer Flanke von Ibrahim Maza vorbei und ermöglichte so den Konter zum 0:2. Nach zwei Pässen stand Mehdi Taremi frei vor Blaswich und hatte die Kaltschnäuzigkeit sowie Präzision, die den Bayer-Offensivspielern zuvor komplett gefehlt hatte (45.+1).
In der Bundesliga hatte es vorher Niederlagen gegen den VfB Stuttgart (1:4) und bei der TSG Hoffenheim (0:1) gegeben, nun drohte im Hexenkessel von Piräus die dritte Pleite in Serie unter Trainer Kasper Hjulmand. Der hatte im Jahr 2025 von 21 Pflichtspielen nur vier verloren und den Klub in der Liga, Champions League sowie im DFB-Pokal wieder dazu befähigt, die gesetzten Ziele erreichen zu können.
Maza versucht es auch vergeblich
Im neuen Jahr wollten Hjulmand und Co. mit zwei Siegen bei Olympiakos und zum Abschluss der Gruppenphase gegen den FC Villarreal (28.01.2026, 21 Uhr) sogar noch um den direkten Einzug ins Achtelfinale kämpfen, bei einer Niederlage in Piräus wären dagegen sogar die Playoffs in Gefahr. Entsprechend arbeitete Leverkusen sofort nach dem Wiederbeginn an der Wende – doch das große Problem blieb.
Keine zwei Minuten waren gespielt, als auch Maza die Klasse von Tzolakis anerkennen musste, der nach dem Linksschuss des Leverkuseners sein linkes Bein ganz weit ausfuhr und mit der Fußspitze hielt (47.). Vielleicht hatte es der Torhüter nun endgültig geschafft, den Bundesliga-Dritten zu zermürben, denn in der Folge passierte vor seinem Gehäuse deutlich weniger. Olympiakos war danach sogar gefährlicher, drückte aber nicht wirklich auf das 3:0.
Bayer-Plan: Gegen Bremen zurück in die Erfolgsspur, dann in die Playoffs
Optisch drückte auch Leverkusen nicht besonders auf den Anschluss, der Auftritt war nicht mehr so zwingend, er wirkte ähnlich energiearm wie in den bisherigen Bundesligapartien in diesem Jahr. Da ist die „Werkself“ auf Platz sechs abgerutscht, hat aber auch noch das Nachholspiel beim Hamburger SV in der Hinterhand. Dennoch gerät im nationalen Wettbewerb so die Champions League in Gefahr und international auch das Weiterkommen.
Den direkten Einzug ins Achtelfinale kann sich das Hjulmand-Team nach der Niederlage in Piräus abschminken, jetzt geht es nur noch darum, gegen Villarreal die Playoffs abzusichern. Da muss aber deutlich mehr kommen als in der zweiten Halbzeit bei Olympiakos, in der die Mannschaft anders als im eigentlich starken ersten Durchgang enttäuschte. Nur noch Patrik Schick hatte in der 80. Minute eine Topchance – Tzolakis war (natürlich) wieder zur Stelle.
Um die Wahrscheinlichkeit auf den vielleicht notwendigen Sieg gegen Villarreal zu vergrößern, wäre es sicherlich sehr hilfreich, wenn sich Leverkusen mit einem Bundesliga-Sieg am Samstag gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) etwas Selbstvertrauen holen kann. Sonst zerschießt sich Bayer in einer Woche womöglich auch noch die Teilnahme an den Playoffs.
