In Kliniken in Thüringen, Bayern und Sachsen behandelt

In dem Bus hatten 40 Kinder und fünf Betreuer gesessen. Mehrere Kinder wurden leicht verletzt, eine Betreuerin schwer. Laut Landrat wurden die Betreuerin und eine weitere Person mit einem Rettungshubschrauber nach Jena gebracht. Auch die anderen Kinder und Erwachsenen seien vorsorglich in Kliniken in der Region gebracht worden.

Weil die Kapazitäten in den Notaufnahmen begrenzt gewesen seien, wurden Kinder und Erwachsene in Gruppen von vier bis zehn Personen aufgeteilt. Sie kamen in die Kliniken nach Naila, Hof, Münchberg, Plauen und Gera. Das Busunternehmen Kombus unterstützte dabei mit Bussen.

Landrat: Krankenhaus in Schleiz hätte nur begrenzt helfen können

Landrat Christian Herrgott sagte auf die Nachfrage von MDR THÜRINGEN, ob er sich am Montag ein Krankenhaus in Schleiz gewünscht hätte: „Selbstverständlich hätte ich bei dem Busunfall gestern gern ein Krankenhaus in Schleiz gehabt, da wir dann dort in der Notaufnahme auch vier bis sechs Personen zur Begutachtung, Behandlung und Versorgung hätten unterbringen können.“

Wie Herrgott weiter sagte, wäre das dennoch nur ein Teil im Gesamtbild der medizinischen Versorgung aller Betroffenen gewesen. „Es hätten trotzdem 35 bis 40 Personen in umliegende Krankenhäuser gebracht werden müssen, um alle Kinder und Erwachsenen entsprechend untersuchen und versorgen zu können.“

Das Krankenhaus in Schleiz musste im Sommer 2024 wegen Insolvenz schließen. Laut Landrat war die Sternbach-Klinik in den Jahren 2023 und 2024 bereits tageweise von der Notfallversorgung abgemeldet. Die Klinik hätte demnach Notfallpatienten in dieser Zeit schon nicht mehr aufnehmen können. Nach Schleiz sei in den vergangenen Jahren nur ein Viertel der Rettungsdienstfälle aus dem Saale-Orla-Kreis gebracht worden, so Herrgott.

Auch Schwerverletzte seien früher schon in die Spezialkliniken wie Jena und Gera gebracht worden. „Sämtliche Multitraumata wurden auch damals schon, als das Krankenhaus noch in Betrieb war, nicht in Schleiz behandelt, sondern an andere Krankenhäuser verwiesen“, sagte Herrgott.