
Aufgrund einer desolaten ersten Halbzeit verliert Borussia Dortmund in der Champions League bei Tottenham Hotspur. Eine direkte Qualifikation für das Achtelfinale wird nun für den Bundesligisten sehr schwierig.
Der BVB unterlag am Dienstagabend (20.01.2026) in London mit 0:2. Das Ergebnis hatte schon nach der ersten Halbzeit Bestand, in der Dortmund so schwach wie nie zuvor in dieser Saison war. Der Fußball-Bundesligist hat somit weiterhin elf Punkte auf dem Konto und rutschte auf den zwölften Tabellenplatz ab. Tottenham kletterte vorübergehend mit 14 Punkten auf den vierten Platz.
Bei einem Sieg am letzten Spieltag gegen Inter Mailand wären es auch für den BVB 14 Punkte. Selbst damit dürfte es schwierig werden, die Ligaphase als mindestens Achter zu beenden. Wahrscheinlich wird die Borussia – wie in der vergangenen Saison – in Playoffs um den Einzug in das Achtelfinale spielen müssen.
Tottenham mit makelloser Heimbilanz
Tottenham hatte die vorherigen drei Heimspiele in der Champions League auch schon gewonnen, ohne ein Tor zu kassieren: 1:0 gegen den FC Villarreal, 4:0 gegen den FC Kopenhagen, 3:0 gegen Slavia Prag.
Aber die Spurs liegen in der Premier League auch nur auf dem 14. Tabellenplatz. Sie haben etliche Verletzte, darunter João Palhinha, Mathys Tel, Richarlison, Mohammed Kudus, James Maddison und Rodrigo Bentancur. Mit dem ehemaligen Frankfurter Randal Kolo Muani saß nur ein etablierter Profi auf der Bank.
BVB hoffnungslos unterlegen in der ersten Halbzeit
Dortmund hingegen musste nur den Ausfall des Österreichers Marcel Sabitzer verkraften.
Der Tabellenzweite der Bundesliga war allerdings von der ersten Sekunde an hoffnungslos unterlegen. Tottenham spielte aktiv, aggressiv, sich der Chance bewusst, einem Platz unter den besten acht Mannschaften in der Abschlusstabelle einen guten Schritt näher zu kommen.
Träge, orientierungslos, sorglos
Der BVB spielte träge, orientierungslos, sorglos. Nach 45 Minuten stand nicht ein Torschuss in der Statistik, geschweige denn eine Torchance. Noch schlimmer aber war das Verhalten in der Defensive.
Vor dem 1:0 der Spurs durch Cristian Romero war Julian Brandt desorientiert im eigenen Strafraum unterwegs. Die Flanke von außen schob der argentinische Innenverteidiger aus kurzer Distanz ein (14.).
Yan Couto auf der rechten und Daniel Svensson auf der linken Seite der Fünferkette hatten enorme Probleme, bekamen aber auch keine wirksame Unterstützung aus dem Zentrum oder von den „Achtern“ Brandt und Karim Adeyemi.
Harte Rote Karte für Svensson
Die Fünferkette wurde dann nach der 26. Minute um ein Glied verkleinert. Svensson sah die Rote Karte. Zunächst war sein Foul gegen Wilson Odobertvon Schiedsrichter Glenn Nyberg mit einer Gelben Karte bedacht worden. Nach Eingriff des Videoassistenten kam es zum Platzverweis.
Rote Karte nach Eingriff des VAR: Daniel Svensson
Es war eine harte Entscheidung. Zwar traf der Schwede seinen Gegner mit der Sohle an der Wade, aber er hatte zuvor den Ball gespielt, und es war ohne Dynamik zum Zusammenprall gekommen. Einen „Standbild-Platzverweis“ nannte der ehemalige Dortmunder Meisterspieler Mats Hummels als Experte bei „Amazon Prime“ die Entscheidung: „Für mich ist das keine Rote Karte.“
Mit einem Pass zwischen den nun als Linksverteidiger spielenden Rami Bensebaini und Nico Schlotterbeck kam Tottenham dann zum wiederholten Mal hinter die Dortmunder Kette. Mit einigem Glück verwertete Dominic Solanke die flache Hereingabe von Odobert zum 2:0 (37.).
Kovac wechselt defensiv, BVB wird besser
Serhou Guirassy und Brandt verließen zur zweiten Halbzeit den Platz, mit den Einwechslungen von Emre Can und Julian Ryerson war Kovac daran gelegen, zweikampf- und willenstärker zu werden, die Defensive zu stabilisieren.
Das gelang. Der BVB erhöhte seinen Anteil am Ballbesitz deutlich, wurde sogar einmal gefährlich. Ein Freistoß von Ryerson flog nur knapp am Tor vorbei (50.). Dortmund schaffte es in der Folge, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Erst zum Ende der Partie kam Tottenham nochmal zu Chancen. In der Nachspielzeit notierten die Statistiker dann den ersten Abschluss des BVB, der aufs Tor kam. Guglielmo Vicario lenkte einen Kopfball von Schlotterbeck über die Latte.
Nach dem 1:4 bei Manchester City kassierte der BVB auch seine zweite Niederlage in der Ligaphase bei einem englischen Klub.
Dortmund in der Bundesliga bei Union Berlin
Für die Dortmunder geht es in der Bundesliga am Samstag (24.01.2026) ab 18.30 Uhr mit der Partie beim 1. FC Union Berlin weiter.