Hand auf einer Laptop-Tastatur

Stand: 16.10.2025 20:38 Uhr

Meist sind Hacker „gewöhnliche Kriminelle“ und meist geht es ihnen ums Geld – zu diesem Ergebnis kommt ein Microsoft-Report. Als Opfer stehen die USA, das Vereinigte Königreich und Deutschland im Fokus. Die Tätern sitzen oft in vier Ländern.

Kein Land in der Europäischen Union steht so sehr im Fokus von kriminellen Hackern wie Deutschland. Das geht aus dem Microsoft Digital Defense Report 2025 hervor, den der US-Software-Konzern jetzt veröffentlicht hat. Danach richteten sich 3,3 Prozent aller Cyberangriffe weltweit im ersten Halbjahr 2025 gegen Ziele in Deutschland.

Im weltweiten Vergleich kommt Deutschland damit allerdings noch vergleichsweise glimpflich davon. Fast jeder vierte Cyberangriff weltweit (24,8 Prozent) richtet sich gegen Opfer in den USA. Auf Platz 2 der Liste in dem Microsoft-Report steht das Vereinigte Königreich mit 5,6 Prozent. Ähnlich stark betroffen wie Deutschland sind Israel und die Ukraine mit 3,5 bzw. 2,8 Prozent.

Stellt man die Zahl der Hacker-Angriffe allerdings ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, ergibt sich ein etwas anderes Bild: Denn in Israel mit seinen etwa 10 Millionen Einwohner und der Ukraine (geschätzten Einwohnerzahl derzeit zwischen 28 und 38 Millionen) leben deutlich weniger Menschen als in Deutschland mit seinen gut 83 Millionen Einwohnern.

Die zehn Länder, die am häufigsten Ziel von Hacker-Angriffen wurden

Land
Anteil in Prozent
USA

24,8 %

Vereinigtes Königreich

5,6 %

Israel

3,5 %

Deutschland

3,3 %

Ukraine

2,8 %

Kanada

2,6 %

Japan

2,6 %

Indien

2,3 %

Vereinigte Arabische Emirate

2,0 %

Australien / Taiwan

1,8 %

(Quelle: Microsoft Digital Defense Report 2025 – Zahlen für Januar bis Juni 2025)

„Die meisten Angriffe von gewöhnlichen Kriminellen“

Nach Einschätzung der Sicherheitsexperten von Microsoft geht es den Hackern in gut der Hälfte der Fälle um einen finanziellen Gewinn. Angriffe, die ausschließlich auf Spionage abzielten, machten dagegen nur 4 Prozent aus.

„Bedrohungen durch staatliche Akteure sind nach wie vor eine ernsthafte und anhaltende Gefahr. Die meisten unmittelbaren Angriffe, denen Unternehmen heute ausgesetzt sind, gehen jedoch von gewöhnlichen Kriminellen aus, die auf Profit aus sind“, sagte ein Microsoft-Sprecher.

Russische Angriffe auf NATO-Staaten und Ukraine

Die größte Gefahr im Cyberraum geht dem Report zufolge von Hackern aus Russland, China, Nordkorea und dem Iran aus. Russland nutze Hackergruppen vor allem dazu, um die Ukraine und NATO-Mitgliedsstaaten anzugreifen. Nordkorea, aber auch dem Iran gehe es hauptsächlich darum, mit Ransomware-Angriffen Geld für staatliche Zwecke zu erpressen.

Bei klassischen Angriffen versuchen Hacker vor allem, sich die Zugangsdaten zu den Anwenderkonten zu beschaffen. Dabei agieren die Angreifer vor allem mit Phishing-E-Mails, mit denen die Opfer dazu verleitet werden sollen, ihre Zugangsdaten auf einem gefälschten System anzugeben.

Microsoft ist der größte Softwarehersteller der Welt. Laut Aussagen der Experten des Konzerns ließen sich 99,9 Prozent dieser Angriffe durch eine Multi-Faktor-Authentifizierung abwehren. Hier müssen Anwender beim Login zusätzlich zu ihrem Passwort noch einen zweiten Nachweis erbringen. Das kann eine SMS oder App-Bestätigung auf dem Mobiltelefon sein – oder ein Fingerabdruck oder Gesichtsscan. Durch den „zweiten Faktor“ ist der Konto-Zugang geschützt, selbst wenn den Hackern das Passwort bekannt ist.