Dortmund – Angemeldet waren 400 Teilnehmer. Am Abend kamen rund 4000 Demonstranten. Eine prokurdische Demo in der Innenstadt geriet außer Kontrolle – mit Angriffen auf ein syrisches Restaurant und die Polizei.
Die Demonstration stand unter dem Motto „Gegen das Töten von Unschuldigen, Zivilisten und Kindern“. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Weil deutlich mehr Menschen erschienen als angekündigt, wurden im Laufe des Abends zusätzliche Kräfte angefordert.

Die Tür des Restaurants wurde mit schweren Gegenständen beworfen und stark beschädigt
Foto: Wickern / News 4 Video-Line TV
Polizei spricht von Auseinandersetzungen
Die Polizei bestätigt, dass es am Rand des Demozuges zu Auseinandersetzungen kam. Wer daran beteiligt war und ob es zu Handgreiflichkeiten kam, werde noch ermittelt, sagte ein Sprecher am frühen Abend. Die Lage habe man unter Kontrolle, betonte er. Für Unbeteiligte bestehe keine Gefahr. Doch die Stimmung kippte.

Auch im Inneren ist die Zerstörung deutlich zu sehen: Ein Stuhl von draußen flog durch ein Fenster herein
Foto: Privat
Nach BILD-Informationen entlud sich der Zorn der Demonstranten vor allem an einem syrischen Restaurant in der Nähe des Hauptbahnhofs. Teilnehmer randalierten vor dem Lokal, Stühle und Tische flogen durch die Luft. Die Schaufenster wurden beschädigt, die Salattheke im Eingangsbereich wurde zerstört. Die Demonstranten hätten auch die Kasse geplündert, behauptet der Besitzer gegenüber BILD. „Das Geld ist weg“, so der Syrer.
Demo aufgelöst – Gewalt geht weiter
Gegen 20.00 Uhr wurde die Demonstration laut Polizei offiziell aufgelöst. Doch die Lage beruhigte sich zunächst nicht. Auf dem Bahnhofsvorplatz kam es zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und Einsatzkräften. Böller und Pyrotechnik wurden gezündet und in Richtung der Polizei geworfen. Nach BILD-Informationen sollen einzelne Teilnehmer Polizisten sogar mit Eisenstangen angegriffen haben. Mehrere Beamte wurden verletzt.

Auch zwischen Polizei und Demo-Teilnehmern kam es zu Auseinandersetzungen
Foto: Wickern / News 4 Video-Line TV
Nicht nur in Dortmund eskalierte die Lage. Auch in Stuttgart kam es am Abend bei einer prokurdischen Demonstration zu Angriffen mit Feuerwerkskörpern auf Polizisten. Die Stuttgarter Polizei stellte klar: „Wir dulden keine Gewalt gegen Einsatzkräfte und die Verursacher erwarten harte Konsequenzen.“
Mehr zum ThemaHintergrund: Kämpfe in Syrien
Beide Demonstrationen stehen vermutlich im Zusammenhang mit den anhaltenden Kämpfen im Norden Syriens. Trotz einer Waffenruhe vom Wochenende flammen die Gefechte immer wieder auf. Nach Angaben kurdischer Vertreter sind die jüngsten Verhandlungen zwischen kurdischen Kämpfern und der Zentralregierung in Damaskus gescheitert.